Wir besiegen uns: SHEARWATER – Jet Plane And Oxbow

shear

Rooks war und ist ein Hit für die Ewigkeit.
Und ich war damals überzeugt, dass

SHEARWATER

für immer in meiner Gunst ganz weit vorn stehen würden.

Nun, ich wurde leider 2012 mit ihrem damaligen Album Animal Joy
(die Cover-Versionen ihres Fellow Travelers-Werks lasse ich einmal außen vor) eines schlechteren belehrt.

Nun aber, Album Nummer Neun mit dem Titel
Jet Plane And Oxbow
liegt auf dem Plattenteller und ich bin wieder – oder fast wieder – in alter Glückseligkeit angekommen.

Wildlife In America ist, wie soll ich sagen, fast ein Schlager für die Autobahn, gerade in dem Moment, in dem man denkt, man hat den falschen Sender eingestellt und trotzdem irgendwie mitsummt, kommt einem das alles auf einmal so bekannt und viel zu unglaublich eingängig vor, als dass dieses tatsächlich von…

Es ist eine sagen wir, veränderte Band die hier aufspielt. Eine verspielte Wildheit hat sich breitgemacht, die versteckten Hooks sind einer Offenheit gewichen, für die die Band bislang nicht bekannt war. Die vielleicht verkopft wirkenden Ausschweifungen in Alt-Pop- und Folk-Manier, auch aus Okkervil River-Zeiten sind einer fast aufdringlich zu nennenden Direktheit gewichen und werden unter Umständen neue Anhänger dieser Platte näher bringen.

Nichtdestotrotz ist nur wenig von den neuen Songs wirklich charthörertauglich, herzlichen Dank, Mister Meiberg hierfür.
Ebenso nicht missen müssen wir die leidenden, langgezogenen Lyrics, die einheimelnden Melodien, für die wir

SHEARWATER

schätzen und lieben gelernt haben.

Prima zu hören bei Backchannels, das sich zunächst leise anpirscht um dann mit Synthie und Gitarrenzupferleins über uns hereinzubrechen.
Filaments kommt pompös nach hinten heraus, schwirrt wie eine basslastige Hummel um uns herum, spacerock-krautig anmutende Instrumentierung und eine andauernde, hervorstechende Drumfolge, mit Pianoklängen angereichert.
Die elektronisch unterlegten Klänge bei Glass Bones könnten glatt neben der voranpreschenden Musik von frühen Depeche Mode stammen…
(Master & Servant, ick hör Dir trapsen).

Trotz vereinzelter Momente, auf die ich unter Umständen auch verzichtet hätte (Pale Kings, für mich überheblich und etwas einfallsarm) bleibt als Fazit, dass hier ein für die Band ungewohntes Klangbild präsentiert wird, sich aber alles andere als schlecht schlägt. Das neue Gelände ist weitläufig, dunkel und aufregend.
Von vielzitiertem „Laut!“ („..ihr lautestes Album..“)  kann ich nicht viel entdecken,
vielmehr zu spüren ist ein Mehr an Energie und unaufgeregt umgesetzte Spielfreude.

Und, ich höre die Platte nun durchgehend ungefähr zum achten Mal, zudem sich das Ganze im Zusammenhang steigert.
Wird sicher sicher ein sehr gern und häufig gehörtes Album werden.

 

Shearwater_JetPlaneOxbow_3600

Prime
Quiet Americans
A Long Time Away
Backchannels
Filaments
Pale Kings
Only Child
Glass Bones
Wildlife In America
Radio Silence
Stray Light At Cloud Hills

° ° °

88/100

(photos & allrights: Shearwater / Off The Record PR)
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