Wildwildblumenblumen: FLOWERS – Everybody’s Dying to Meet You

1448032600

(photos & allrights: FLOWERS / terrorbird)

° ° °

Schräg. Quer. Aufdringlich.

FLOWERS.

Diese drei jungen Wilden machen einfach gehörigen Spaß.

Mit ihrer Anfang Februar erscheinenden wunderbaren Scheibe mit dem ebenso wunderbaren Titel

Everybody’s Dying To Meet You

bringen sie Licht in den Tag und verschönern mit ihrem hellen Glitzern die fallenden Schneeflocken und bringen sie einem Windhauch gleich zum Tanzen.

Die drei Londoner, Sängerin Rachel Kennedy, Drummer Jordan Hockley und Gitarrist Sam Ayres klingen halbwild und doppelt gefährlich.
Auch, weil man sich in diese Stimme ganz einfach ganz schnell reinverliebt.

Das nervöse Pull My Arm macht hier den Anfang.
Inmitten eines aufgeschreckten Insektenschwarms findet Rachel ihren beeindruckenden stimmlichen Weg und durchschreitet das Machwerk ohne nach links oder rechts zu schauen. Zwischen Indie-Gitarrenwällen hindurch, die gern einmal einen Ausritt wagen und mit ein paar Akkorden hinten oder vorn mit unerwarteten Wendungen ganz viele interessante Ingredienzien diesem unnachahmlichen Getön hinzufügen.

Bitter Pill kommt im Nachgang dann viel weniger schräg als der Auftakt mit intensiverem Gitarrenspiel, es dröhnt und es zerrt nur ein wenig.
Ego Loss macht sich Luft, kommt locker daher, nahezu fröhlich klingen die jungen Wilden hier.

All At Once macht wieder mehr auf Durcheinander, Gitarrensamples, vorwärts rückwärts seitwärts.
Erinnerung an My Bloody Valentine. Oder gar auch andere Trios. Galaxie 500. Die Cocteau Twins.

Aber, um dem Eindruck des puren Drauflos-Musizierens gleich wieder zu revidieren, es geht auch anders, natürlich.

In Intrusive Thoughts springen leise die Akkorde (Billy Bragg, Stiff Little Fingers) und verträumt chansoniert erleben wir hier ein zu dessen Beginn bemerkenswert dichtes Songstückchen bevor dann nach knapp mehr als einer Minute die Instrumente par Excellence zum Klingen gebracht werden. Über all dem schwebt immer Rachels Stimme und durchzieht das mutige Unterfangen.
Etwas vergleichbares und dermaßen eigenständiges ist mir in den letzten Jahren nicht allzu häufig begegnet.

Gegen Ende dann noch eine Romantik-Hymne mit My Only Friend, in die man hineingleiten kann wie in eine mit Rosenblättern übersäte Badewanne.

Die Bandgeschichte beginnt eigentlich mit Sams jahrelanger Suche nach einer Stimme für seine Songs. Schließlich brachte eine Anzeige den Kontakt zu Rachel zustande. Klingen wollte er wie eine frühe Madonna, „..durch einen defekten Kassettenrekorder..“ gejagt. Ihre kreative (und romantische) Beziehung (sie teilen sich ein Appartment in East London mit ihrem Berichten zufolge recht knuddeligen Hund Batman) startete und sie begannen, alte Musikutensilien aus Theaterstücken zu recyclen und wie im Fieber an Songs zu arbeiten.

Schrammelige Popsongs mit ungewohnten Breaks, einer (in jeder Beziehung) herausragenden Stimme und einem riesigen Berg an Ideen.
Dazu Spielfreude und intimen Passagen, die sich abwechseln, die sich ergänzen zu einem faszinierenden Klangbild, das energisch und freundlich winkend zu uns herüberschwappt.

FLOWERS

sind für mich eine der Entdeckungen für 2016, ich bin gespannt und freue mich darauf, mehr von diesen jungen Musikern zu vernehmen.

1448033090

Pull My Arm
 Bitter Pill
 Ego Loss
 All At Once
 Intrusive Thoughts
 How Do You Do
 Tammy
 Russian Doll
 My Only Friend
 Bathroom Sink

° ° °

flowersdomusic.bandcamp

facebook

91/100

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s