Nichts lieber, lieber nachts: SUEDE – Night Thoughts

Ok, hören wir auf, in diesem Jahr neue Musik zu hören.

SUEDE

reicht.

Sie haben das Album des Jahres gemacht und gut ist.
(Nein, das ist natürlich nicht ernst gemeint.)

Night Thoughts
ist frisch.
Wirkt groß, großartig.

Wer einmal dieser Stimme von Brett Anderson verfallen ist, wird nichts finden können, was an der neuen Platte zu bemängeln wäre.
Es sind wunderschön schlüssige Melodien, die uns in weiten Bögen umgarnen und nicht anders können als direkt ins Herz zu treffen.

Keine Anbiederung an gängige Sounds und erwartete Klänge, einfach, weil sie es viel besser können und dies hier
auf ihrem neuen Longplayer abermals mehr als großartig unter Beweis stellen.

Bloodsports wurde vor drei Jahren als eher gescheiterter Comebackversuch gebrandmarkt, erhielt nicht die ganz großen Kritiken und erreichte nicht die gewohnten positiven Feedbacks, man munkelte schon vom letzten Album und dem Ende der Band.
Hier zeigen sie sich erneut, in wahrer Pracht und Größe, die man kaum mehr für möglich gehalten oder erwartet hat.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie unschön ich zunächst das erste Album der Band fand, ich kam irgendwie nicht richtig heran.
Auch ihr ein Jahr später 1994 veröffentlichtes zweites Werk Dog Man Star hat sich mir erst nach Erscheinen des dritten Albums Coming Up (1996) offenbart – dann aber dauerhaft.

Hier und jetzt klingen sie nicht etwa gelangweilt-abgeklärt, nein. Sie sind voller Tatendrang, uns neue Melodien in die Ohren zu schleudern, sie scheinen bemerkenswert mutig, große Gesten und musikalische Bögen eingeschlossen.

Die Weite des neuen Werks wird durch die bereits vorab veröffentlichte Single Outsiders deutlich:
Getragene Echos, sphärisch glänzend, von segelnden Gitarren und Andersons Stimme getragen, episch groß angelegt und melodramatisch, so viel Suede-wie-nur-möglich geben diese Elemente den Songs Freiraum und Bewegungsfreiheit.
Sie lieben, weil sie nicht anders können, diese Outsiders, weil sie nichts anderes haben, auf das sie bauen, sich verlassen können. Sie können sich nur lieben.

Textös dreht es sich im allgemeinen um Themen des Miteinanders, des persönlichen Erlebens.
Den Kampf seines Vaters mit seiner Depression (No Tomorrow), das obszessive Erleben von Mißverständnissen und fehlgeleiteter Kommunikation und quälenden Beziehungen ( I Don’t Know How To Reach You  What I’m Trying To Tell You).

Die visuelle Interpretation der Songs erfolgte durch ein Filmprojekt mit Regisseur Roger Sargant, hierauf sei nur kurz nebenbei hingewiesen.

Hoffnungslose Romantik verpackt in streichorchestral unterlegte traumwandlerisch mitreissende Epen – geliebt.

SUEDE

suede

 When You Are Young
Outsiders
No Tomorrow
  Pale Snow
  I Don’t Know How To Reach You
  What I’m Trying To Tell You
  Tightrope
Learning To Be
  Like Kids
  I Can’t Give Her What She Wants
  When You Were Young
  The Fur & The Feathers

° ° °

92/100

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