Ach, nichts weiter: M. WARD – More Rain

mward.jpg

(photo & allrights: M. Ward / mwardmusic)

° ° °
Der gute

M. WARD.

Mehr Regen. Ist es das, was er will?
Es war (ist!) ein milder Winter und statt Schnee und Gefrier gibt es häufig genug Regen.

Wenn man zudem noch jahrelang in Hamburg gewohnt hat, kommen einem solche Forderungen doch recht absurd vor.

M. WARD

hat die letzten Jahre gewissermaßen im Hamburg Amerikas, in Portland verbracht.
Herausgekommen ist eine Regenplatte, die Grund genug liefert, einfach mal auf der Couch liegen zu bleiben und ihr zuzuhören.

Der Beginn: Regen.
Einfach Regen und sonst nichts.

Das kann einem im Laufe der knapp vierzig Minuten schon einmal auf’s Gemüt schlagen.
Oder aber, im Gegenteil, man könnte auch sagen, dies sei die Wochenendvariante der guten Laune-Musik für Zeiten in denen… es nun einmal regnet.

Gedanken gemacht hat sich der Künstler ohne Ende. In Zeiten, in denen die ersten Seiten aller Zeitungen voll sind mit Meldungen schrecklicher Ereignisse, die man kaum in Worte fassen, kaum verarbeiten kann, wir aber trotzdem unsere Leben fast ungeachtet dessen weiterleben, braucht es Zeit und einen Ort, all dies zu reflektieren.

There must be a place in our brains that allows us to take a bird’s-eye view of humanity, and I think music is good at helping people—myself included—go to that place.

Hierzu bietet das vorliegende Album die besten Voraussetzungen. Versehen mit einem Siebziger-Style werden wir als Hörer von vorn bis hinten betüddelt und nicht allein gelassen. Die brüchige Stimme des Meisters begleitet uns sanft und beschützend.

Selbst in rockigen Ausbrüchen (Time Won’t Wait Up) kann man, wenn man keine Lust auf überflüssige Bewegung hat, gemächlich zurückgelehnt bleiben und warten, dass der Sturm vorbeizieht. Das bei der Aktivität der Einfallsreichtum ein wenig auf der Strecke bleibt, nun, was solls, nicht schlimm.

Slow Driving Man kündigt sich selbst an. Schenk noch mal ein und nimm die Zeit, die Du benötigst. Für dies, für das.

Dann mit Temptation das beladenste Stück auf dem Album. Im Refrain ein wenig Ma Baker, sonst aber ebenfalls harmlos.

Mir fehlt ein wenig so etwas wie bei seinem mit Zooey Deschanel atemberabend fantastisch besetzten Duo She & Him, der weiblich Gegenpart. Das würde ein wenig Pfeffer in die Suppe mischen und für die ein oder andere Überraschung sorgen. So spürt man zwar die Liebe und Aufmerksamkeit mit denen hier zu Werke gegengen worden ist, letzten Endes aber bleibt
More Rain
ein ganz klein wenig im Matsch stecken.
Genau wie man am Wochenende einfach Lust hat auf minimale Körperpflege. Man schlunzt sich so durch den Tag, im T-Shirt mit den Socken des Vortags und in Jogginghose auf der Sitzgarnitur flezend.
Bequem, ja aber Aufregung geht anders.

Von diesem Gesichtspunkt aus fehlt
More Rain
ein wenig die Kraft der Sonnenstrahlen, die ab und an durch die verhangene Wolkendecke schimmert.
Aber: Bleiben wir bequem. Das ist angenehm und beileibe nicht weiter schlimm.

M.Ward_More_Rain

More Rain
Pirate Dial
Time Won’t Wait Up
Confession
I’m Listening (Child’s Theme)
Girl From Conejo Valley
Slow Driving Man
You’re So Good To Me
Temptation
Phenomenon
Little Baby
I’m Going Higher

 ° ° °
https://vimeo.com/153252385

73/100

 

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