Ungewöhnliche Reise: MOTHERS – When You Walk A Long Distance You Are Tired

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Leise.
Fingerpricking. Sanftes Gezupfe an Gitarrensaiten.
Pling-Pling. Streicher. Etwas Mandoline.

Dann kommt das, was

MOTHERS

zu etwas Speziellem macht: Kristine Leschpers Stimme.

Auf einem großteils leiseren Album ist diese Stimme das, was alles vereinigt und zusammenhält. In Momenten, in denen die Band sich einmal ein wenig gehen lässt und die Instrumente größere Bogen beschreiten, geht es schon einmal etwas kräftiger zur Sache, wenn

MOTHERS

ihre Runden ziehen und ihre Geschichten erzählen bleibt die Grundstimmung doch eher verhalten, zurückgenommen und abwartend. Den Hörern wird ein persönliches kleines Liederbuch vorgestellt in denen man das Gefühl vermittelt bekommt, ganz dicht dabei zu sein und persönliche Einblicke zu erhaschen, die so schnell nicht vergessen werden.

Immer wieder verschleppt der Rhythmus, stoppt, ein Schweigen erklingt, bevor Leschper wieder einsteigt in die Klangmischung und die Richtung vorgibt.

Die Titel ihres Debüts sind bereits vor einiger Zeit entstanden.
Die Sängerin hat in Athens, Georgia an der Lamar Dodd School Of Art (auch REM, Of Montreal andere Künster ihrer Heimatstadt starteten dort in eine viel versprechende Zukunft) ihren Abschluss gemacht und dort als Solokünstlerin in kleineren Clubs ihre Karriere gestartet. Schließlich gründete sie mit der aktuellen Besetzung (Matthew Anderegg (Drums), Drew Kirby (Gitarre), Patrick Morales (Bass)) die Band um ihren Ideen genügend Rückhalt geben zu können. .

Die Songs auf
If You Walk A Long Distance You Are Tired
sind meist sparsam arrangiert, man fühlt sich eher durch die Abwesenheit von Übertreibung und durch Enthaltsamkeit gefesselt, hingehalten von spröder Charmanz und geborgen im Folk-Pop-Rock-Ambiente das von der bemerkenswerten und manchmal fast unpassend scheinenden Sangesintonation getragen wird.

Man strömt gequält voran, man atmet Nähe und kann sie doch nicht wirklich zu fassen bekommen. Immer wieder (wie in Chopper Mines) wechseln die Rhythmen und hinterlassen trotz unserer Aufmerksamkeit einen Haufen ungehörter Töne, die einen beim nächsten Hören gefühlt doppelt ins Ohr gehen.

Geheimnisvoll und mysteriös, eine Entdeckungsreise ins Ungewöhnliche.

Zusätzliche Informationen in einem interessanten Interview mit Leschper im Brooklyn Mag findet Ihr hier.

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° ° °

90/100

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