Bärchen, Eiskonfekt und Zuckerwatte: JAMIE-LEE – Berlin

Zuckerwatte gibt es mittlerweile ja in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen.
Nicht, dass irgendwer aromatisierten Zucker bräuchte, aber, gut zu wissen: Es gibt ihn.

Manga gibt es auch, ohne das in (west-)europäischen Gegenden davon (außerhalb von Randgruppen) viel Notiz genommen werden würde.

Außerdem gibt es sicher noch immer irgendwo diese Pfefferminzkissen, also, diese im Mund in sich zusammenfallenden Pfefferminzvierecke in Weiß-Rosa gehalten.
Kommt immer gut in Verbindung mit Eiskonfekt.
Auch so etwas, gibt’s, braucht aber schlussendlich auch keiner.

Das Cover ihres ganz schnell noch vor dem in Kürze stattfindenden Großereignis erschienenen Debüts ist im Grunde genommen für sie passend, letzten Endes aber selbst mir in diesem Zusammenhang eine Nummer zu peinlich.

Warum bitte, wo sie doch eigentlich recht niedlich aussieht, kleistert man sie dermaßen eklig zu?
Räusper. Das ist.. etwas billig und eher unangenehm.

JAMIE-LEE,

die uns (ja, uns) in diesem Monat bei ESC (Grand Prix Eurovision De La Chanson) in Schweden vertreten wird, wird dort schon allein wegen ihrer eiskonfektfarbenen Augen, der pastellfarbenen grellen Mischung aus Manga-Panda-Hab-Mich-Lieb-Kleine-Mädchen-In-Kostüm und ihrem stellenweise doch ganz beachtlichen Gekiekse auffallen.

„So niedlich wie möglich“
Decora-Kei

Ob dies (aus Mitleid oder wegen des Gernhab-Faktors) dann auch entsprechend honoriert werden wird, kann man nicht wissen. Einmal gewinnt Lordi, dann kommt die Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät nicht einmal ins Finale.

Aber lassen wir einmal ganz kurz den ESC außen vor (wie geht das denn in diesem Fall?) und widmen uns ein wenig der jungen Künstlerin.
Seit sie im Dezember 2015 die fünfte Auflage des The Voice Of Germany-Wettbewerbs gewann, geht es ganz schön rund im Leben der gerade 18 Jahre alten Sängerin.

Mit ihrem Sieg bei der Ausscheidungsshow zum Grand Prix (Unser Lied für Stockholm) steht sie nun in der kommenden Woche vor dem größten Publikum, dass sie wahrscheinlich jemals haben wird. Von Außenseiterchancen ist die Rede.
Das war bei Lena nicht anders.

Und das Album?

Mit gerade einmal knapp 35 Minuten Spielzeit hat man nicht mal in Ruhe die Gelegenheit, sich über fehlende Qualitäten zu wundern oder zu echauffieren, da ist das ganze Teil nämlich schon an einem vorbeigerauscht.

Was bleibt?
Hm.Ghost ist seit Jahren mal wieder ein Song für Deutschland am Start, den ich guten Gewissens ganz ok finden kann, der zwar nicht vor lyrischer Raffinesse strotzt, der aber mit der (so oder so) in diesem Fall recht beeindruckenden Jungstimme punkten kann und einen gewissen Gänsehautfaktor durchaus für sich vermerken kann.

Der Rest sind mehr oder weniger ähnlich daherkommende Popsongs, die durch die Stimme von

JAMIE-LEE

einen Wiedererkennungswert aufweisen, an denen aber durchaus noch etwas mehr gefeilt hätte werden können. Auch hier hat sicher der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle gespielt.

The Hanging Tree wurde für die Deutschland-Premiere von Die Tribute Von Panem – Mockingjay Part 2 verwurschtelt, kam bei Fans und Kritikern gleichermaßen gut weg, nunja.

Im Titelsong Berlin (neben dem angerapten Wild One eher eine Ausnahme) geht es ruhiger und behende zur Sache, die Discomaschine wurde für leisere Töne etwas beiseite gerückt. Ein Stück das eine der zukünftig möglichen Richtungen vorgeben könnte.

Die Fernsehfigur

JAMIE-LEE

hat einen ersten Grundstein gelegt.

Ob daraus etwas (mehr) werden wird, wird in diesem Fall sicher auch davon abhängen, wie oft man „And finally, Germany: 12 Points“ aus Stockholm auf dem Konto verbuchen kann.

jamielee.jpg
Ghost
Lions Heart
Mine
Berlin
Home
Wild One
The Hanging Tree
Visions
Remember The Rain
Last Dance 

° ° °

62/100

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