Der Mann im Mond: BOY OMEGA – Full Moon Mantra

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(Photo & allrights: BOY OMEGA / Sara Hasselgren / Gaflotron Grammofon)

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Für mich überraschend, weil ich keinerlei Vorabankündigungen diesbezüglich bemerkt hatte, erschien vor wenigen Tagen das neue Album von

BOY OMEGA.

Vier Jahre sind seit dem seiner Platte Night Vision vergangen, Zeit, in der Martin Hasselgren wann immer ihn eine Inspiration überkam an seinen neuen Songs gearbeitet hat und in die er vielschichtige Instrumentationen und auch persönliche Erfahrungswerte hat einfliessen lassen.
Es entstanden Songs, denen man die Freiheit, fernab von Verpflichtungen anhören kann.

Vor ein paar Jahren verspürte Martin die Notwendigkeit, sich aufgrund persönlicher Erfahrungen etwas Ruhe und Pause zu gönnen vom doch oft wahnsinnig machenden Trubel und fühlte sich dem Alltag und Einfluss der Musikindustrie überdrüssig. Auf dem Heimweg einer witzigen Tour Ende 2014 wurde er durch das Hören von Brian Enos „Apollo“ inspiriert, sein temporärer Rückzug und die privaten Erlebnisse im täglichen Umgang mit seinen Kindern erweckten schließlich seine Kreativität und das Vorhaben zurück, seine Klänge ein wenig mehr in Richtung seines musikalischen Ursprungs zu lenken.

Auf seinem neuen Album ist er erneut nicht nur für die Arrangements und Songs verantwortlich, er spielte die Vielzahl der Instrumente selbst ein, er versammelte eine Reihe von namhaften Gastmusikern (unter anderen Kristofer Åström (Night Vision) und Christian Kjellvander (Fangs)) um sich, die ihren Beitrag zur Entstehung dieses zwischen sphärischen Soundscapes, Lo-Fi-Klängen und 80ger Jahre-Pop angesiedelten Werkes leisteten.

Natürlich hört man, wenn man denn will und seinen Gedanken freien Lauf lässt,  hier den Einfluß der Umgebung, in der die Stücke aufgenommen worden heraus. Sei es eine Hütte in den weiten Landschaften von Småland, sei es das Dachgeschoss einer alten Göteborger Mädchenschule.

So ergibt sich ein rundes, süchtig machendes Klangbild, hier ein Aufmerksamkeit erweckendes Pling, dort ein Refrain, der sich unerwartet und mit Macht aufdrängt.

Sehnsuchtsgetragene Melodien, die an Maximilian Hecker und Einar Stray erinnern, die man bei jedem Hören mehr für sich entdecken kann.

So soll Musik.

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BOY OMEGAFull Moon Mantra
(Cargo Records Germany, 9/2016)

95/100

boyo.jpg

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Full Moon Mantra
Treasure Maps
Fangs
Strings
Punch Out
Silverbullets
Night Vision
A New Light
One Last Breath

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