Tanz im Regen: STEPH SWEET – The Hag And The Whore

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(photo & allrights: STEPH SWEET)

° ° °
Mysteriös hingehauchte Klänge aus finsteren Gefilden, nebelverhangene Landschaften, eine Zeit weit vor unserer Zeit.
Es tanzen Hexen und Trolle und irgendwo brennt ein Feuer.

STEPH SWEET

eine britische Underground-Künstlerin, Songwriterin und Sängerin, kommt mit ihrer neuen, dritten Platte
The Hag And The Whore
zu uns, jetzt, wo die Tage kürzer werden und die Sonne weniger scheint, wo man enger zusammenrückt und das Feuer im Ofen besser nicht ausgehen lässt.

Eine Zeit, in der man Geister und Gespenster sieht, in der die Mächte der Dunkelheit auf ein Ende des Guten hoffen.

Freak-Folk oder Angelpunk sind Beschreibungen,
die Steph gern selbst für ihre Musik nutzt.

Dabei erscheint sie auf den ersten Blick eher zurückhaltend und nett, ihre Musik spricht die verwurzelten Rituale an, die Menschen aus längst vergangenen Zeiten zutiefst verinnerlicht hatten.
Manchmal scheinen The Doors irgendwo am Rande hörbar, 6-ties space-drogen-geschwängerte Passagen schließen direkt an dreampoppige Momente, über allem aber liegt die Ungewissheit, die Dunkelheit, der Underground-Flair, eine gewisse Unsauberkeit und verwischte Konturen lassen die Klänge entfernt erscheinen.

Im Titelsong klingt sie okkult und beschwörerisch, ein mittelalterlich angehauchter Song mit Bezug zum heutigen nicht selten weit verbreiteten chauvinistisch geprägten (Einheits-)Weltbild.

Dance Of The Sand entstand am Tag des Begräbnisses eines engen Freundes, auch Your Grave handelt vom Verlust eines ihr nahestehenden Menschen.

In Glitterati setzt sich SWEET mit der Selfie-Generation und der zunehmenden Vermüllung (der Musik und) der Sitten durch Nachahmer, Träumer und Deppen sowohl in der täglichen Nutzung des Social-Media-Umfelds als auch in der Musikbranche auseinander.

So ist
The Hag And The Whore
ein lyrisch anspruchsvolles, ernstes Werk voll mit oft verhext scheinenden Klängen, die immer einmal wieder von pschedelischen Wolken durchzogen werden.

Sicher keine Allerweltskost, und sicher nicht unbedingt als Stimmungsaufheller geeignet, wohl aber zum Zuhören, wenn man den Klang der im Regen fallenden Blätter einmal einfach satt hat.

° ° °
STEPH SWEETThe Hag And The Whore
(9/2016)

81/100

steph

Ellen
Wolf’s Eye
The Hag And The Whore
Dance Of The Sand
Teepee Valley
Cutting The Ropes
Glitterati
Your Grave
Sunshine Girl

° ° °

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