Weichgespielt: PIXIES – Head Carrier

Head Carrier.

Ok. Es gab schon schlimmere Titel.
Indie Cindy beispielsweise.
Das letzte Lebenszeichen der

PIXIES

aus dem Jahr 2014 war ja nicht wirklich „neue Platte“ zu nennen, sondern bestand größtenteils aus einer Zusammenstellung bereits veröffentlichter Songs.

Gab es zwischenzeitlich eher lieblos scheinende Lebenszeichen der Band, so ist diesmal (mit großer Tour etc etc) beinahe wieder alles wie früher.

Es gibt absurd eingängige Melodien mit unverhofften Breaks.
Mit Wendungen und mit Geschrei. Man könnte vermuten, der Spaß sei zurück.

Was man zwischenzeitlich ja von Frank Black nicht immer behaupten konnte.

Und es muss ja nichts schlechtes daran sein, sich ein wenig selbst zu kopieren, wenn dabei am Ende durchaus unterhaltsames & hörbares herausspringt.

Ach, wo wir gerade beim Springen sind:
Ein seltsames Gefühl beschleicht mich dennoch während die neuen Songs einer nach dem anderen aus den Kopfhörern tönen:
Oft bleiben sie halben Weges stecken.
Ähnlich einem abrupt gestoppten Videos eines Stabhochspringers kurz vor dem Überqueren der Latte.

Dies liegt unter Umständen an der Ecken- und kantenlosen Produktion, in der alles, was kratzt oder kratzen könnte, einfach abgetragen und glattgeschliffen wurde.

Das ist wie im Kino, während ein eigentlich spannender Film läuft, Du aber a) den Nacken gekrault bekommst und b) ganz dolle Pippi musst. Eine Konzentration auf das eigentliche Geschehen rückt in den Hintergrund und auf seltsame Weise schwindet das Interesse am Eigentlichen.

Es ist, als würde jemand Zeuge eines Mordes, das Opfer schreit und schreit – doch es klingt unecht und wie durch Watte. Der Kopf ist zwar nun halb abgetrennt, die Schreie tönen weiter.. man selbst verbleibt aber nahezu  ungerührt, weil zwischen dem Ton und dem Hören eine künstliche Entfernung zu liegen scheint.

Da hilft nun auch kein hysterisches Gebrüll. Durch diese verweicheierte Produktion einer  erreicht es Dich einfach nicht.

So bleiben trotzdem ein paar feine Songs, die live sicher wunderbar passen, die auf dieser Scheibe aber zu ihren Ungunsten, vielleicht um potentielle Neuhörer nicht gänzlich zu verschrecken, geplättet wurden.

° ° °

PIXIESHead Carrier
(PIAS, 2016)

77/100

pixies_head_carrier

Head Carrier
Classic Masher
Baal’s Back
Might As Well Be Gone
Oona
Talent
Tenement Song
Bel Esprit
All I Think About Now
Um Chagga Lagga
Plaster Of Paris
All The Saints

 ° ° °

Live:

15.11. Wien, Stadthalle
16.11. Poznan, HWS Arena
17.11. Prag, Forum Karlin Hall
18.11. Montreux, Auditorium Stravinski
25.11. Antwerpen, Lotto
27.11. Amsterdam, HMH

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2 Gedanken zu “Weichgespielt: PIXIES – Head Carrier

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