Willkommen, fernab: KONNI KASS – Haphe

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Konni Kass mit Torleik Mortensen, Knút Háberg Eysturstein und Per Ingvaldur Højgaard Petersen

(photo & allrights: KONNI KASS / Off The Record PR / Beinta á Torkilsheyggi)

° ° °

Wie schon Onkel Dagobert feststellte: Unverhofft kommt oft (das hat man ja dieser Tage erleben können..).
So überrascht das neue Album der Faröer-Inselkünstlerin

KONNI KASS

und ihren Mitstreitern auf’s Angenehmste.
eine leichte Brise weht durch’s Haar, das rauschende Meer umspült leis Dein nackertes Gebein, den Sand zieht es fort unter Deinen Füßen, der Wind weht vom Land in fast heißer Wüstentemperatur und trocknet Deinen Körper innerhalb Sekunden.

Kurzum: Kuschelig ist es, dieses
Haphe.

Mysteriös klingt der Titel, der im Gegensatz zu dem steht, was einen erwartet.
Irgendwo zwischen björkigem Gesang, zwischen jazzigem Geplänkel und souligen Gemurmelflüstereien, sphärische Klangwelten breiten sich aus, der Gesang trägt Dich darüber, ein Blick auf die Erde unter Dir, wie ein Blick aus einem tonlosen Hubschrauber.
Nah, zu nah unscharf, verwackelt.

Die Welt der Band von den FaröerInseln scheint überschaubar und doch fern, weitab jeglicher Zivilisation, man braucht das alles doch gar nicht.

Man schließt die Augen und eine tiefe Welle der Entspannung umschließt einen.
Ganz langsam, ganz leise, fast unbemerkt schleicht sich diese Musik an und umströmt den Hörer mit einer Welle des Willkommenheißens.

Die zwei Minuten zu Beginn, Rainbows betitelt, stellen Dich ein auf eine gefühlvolle Reise durch das Land von

KONNI KASS.

In I Lie dann nimmt das musikalische Kettenkarussell plötzlich an Tempo auf, drängende Synthies sind es, zusammen mit der Stimme der Frontfrau, die den Ton angeben. Schwebende, schillernde Popmelodien.

° ° °

„Ich habe schon seit vielen Jahren Songs geschrieben und hatte einfach viel Musik in mir, die raus wollte, um Platz für Neues zu schaffen.“

° ° °

Man hat das Gefühl, sich die ganze Zeit über in vertrauten Gefilden zu bewegen, nichts scheint unbekannt und dennoch gibt es ständig mit Überraschungen gefüllte Songs die es zu vermeiden wissen, ins seichte Popgewässer zu rutschen.
Nicht selten erinnert mich die Sängerin an die von mir hoch geschätzte Béatrice Martin aka Coeur De Pirate.

Tief in die Kiste mit Gefühlen, die man am liebsten verdrängen würde, es aber irgendwie nie gelingt, gerät man in Make Me Forget, einem gefühlvollen verlangsamten Soulpopstückchen für einen nebligen Sonntagmorgen, an dem man schon vor dem Aufstehen seinen Gedanken nachhängt.

So geht es weiter und weiter, das Herz fühlt sich schwer und doch befreit, hebt Konni ihre Stimme und lässt ihr Saxophon tönen, was das Blechle hergibt.
Nicht nur in Zeiten kürzerer Tage kann
Haphe
eine Insel der Entspannung darstellen.
Mit immer wieder ergreifenden Ausbrüchen in treibende Momente, in denen die Instrumente auf ihre eigene Reise gehen eine der gelungensten musikalischen Überraschungen der letzten Zeit.

° ° °

KONNI KASS  – Haphe
(2016)

94/100

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Rainbows
I Lie
Sounds
Make Me Forget
Run
Surrender
Race
Dear Friend
Time
Silence

° ° °


Live:
31.1. Hamburg, Häkken (Klubhaus St. Pauli)

1.2. Köln, Yuca
2.2. Frankfurt, Zoom
3.2. München, Milla
4.2. Berlin, Auster-Club

 

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