Spurensuche: CLOUD NOTHINGS – Life Without Sound

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(photo & allrights: CLOUD NOTHINGS)

° ° °

Mit zunehmendem Alter beginnen manche verändern sich die Dinge, langsam, unsichtbar und doch fühlbar zu verändern.

Das Kreuz schmerzt, der Schlaf wird zum geschützten Gut, ein Zipperlein hier, ein sonderbares Knacken dort.

Manche Dinge bekommt man nicht mehr so hin, wie man es gewohnt war.
Ein kurzer Anstieg wird zur Qual mit ungeahnter Atmungsbeschleunigung.

Der Fernseher wird lauter gestellt, die Familie klagt über fehlende Stellungnahmen zu Themen, die offenbar bereits in meinem Beisein besprochen wurden.
Ich hab’s nicht gehört.

Und jetzt stell Dir vor, Du würdest überhaupt nichts mehr hören können.
Ein Leben ohne Töne.
Dir wird bewußt, guteshoerenistwichtig.

Nun, ganz so weit lassen wir es nicht kommen.

CLOUD NOTHINGS
neues Album
Life Without Sound
bietet einen perfekten Einstieg in ein rockiges neues Jahr.

Der Vierer aus Cleveland, Ohio, bestehend aus Dylan Baldi (Gesang, Gitarre), TJ Duke (Bass, Hintergrundgesang), Jayson Gerycz (Schlagzeug) und Chris Brown (Gitarre) ließ ihr neues Werk von John Gudmanson, der schon Death Cap For Cutie und Sleater Kinney tätig war, produzieren.

Sie sind mit dem Nachfolger zu Here And Nowhere Else erneut der großen Melodie auf der Spur und schaffen mit nach vorn gehendem Powerpopsongs auf ihrem neuen Album einen kurzweiligen Zeitvertreib, das auch live (Deutschlandtermine im März unten) sicher ein grandioses Spektakel erwarten lässt. Stimmungsmäßig vergleichbar mit den von mir hochgeschätzten Thermals, die im  vergangenen Jahr mit We Dissapear vergeblich versuchten, an ihre Vorgängeralben anzuschließen, machen

CLOUD NOTHINGS

hier nicht den Fehler, Songs am Reißbrett zu konstruieren. Wir erleben ein ausgewogenes Teil für die Stimmung vor einem lang geplanten Date oder einfach für einen Ausflug mit Freunden ins Nachtleben.
Eine innere Spannung lässt sich nicht zurückhalten und bricht sich Bahn.

Die Scheibe startet verhalten mit sanftem Geplänkel von Up The Surface, ein Meer aus zurückgehaltenen Gitarren breitet sich aus, vermittelt die Sehnsucht nach einem Ausbruch, versammelt Power, der in den kommenden Songs gebündelt präsentiert wird.

Schon im nachfolgenden Things Are Right With You kommt eine erfolgversprechende Spielart zum Zuge, ein immer wieder von Tempowechseln und Breaks geschütteltes Stück gute Laune.
Enter Entirely mit treibenden Drums und zerrenden Disharmonien und einem auffälligen Sprechgesang entwickelt mit jedem Hören mehr Potential und driftet mit brodelnd verhaltener Power durch die Welt.

Modern Act, vorab veröffentlicht und mit einem witzigen Video versehen beeindruckt mit dem typischen schon vorher erwähnten Wechsel zwischen Tempo und Gelassenheit, die geshouteten Vocals passen sich wunderbar ein.

Mein Favorit in dieser potentiellen Hitansammlung ist Sight Unseen, das seine Kraft mit wuchtigem Drive und kernigem Sound nach außen trägt, bevor eine hinterhältig schleichende Hymne der schleppenden Langsamkeit (Strange Year) das Ende dieses Albums (Realize My Fate ist ein Kracher!) einläutet.

Alles in allem ein rundum gelungener Einstieg ins neue Jahr und vermutlich ein im Laufe der kommenden Monate gern wiedergehörter, überaus sympathischer Tonträger.

° ° °

CLOUD NOTHINGSLife Without Sound
(Carpark / Wichita, 27.1.)

82/100

° ° °

cloudco.jpg

Up To The Surface
Things Are Right With You
Internal World
Darkended Rings
Enter Entirely
Modern Act
Sight Unseen
Strange Year
Realize My Fate

Live:
6.3. Hamburg, Knust

7.3. Berlin, Bi Nuu
8.3. München, Kranhalle
9.3. Köln, Luxor

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