Fiktion und Besessenheit: HERSENCELLEN – We Ploeteren Voort

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(photo & allrights: HERSENCELLEN fb)

° ° °

Und weißt Du was? Das ist egal.

Ich verstehe zunächst kein Wort.
Nun, doch, einige, ein wenig, man hört sich ein.
Haltbarkeitsdatum beispielsweise.
Die heilige Stadt.
Und so komische Dinge, immer aus dem Zusammenhang gerissen.

Das belgische Duo

HERSENCELLEN

kommt abgedreht und spacig, aufdringlich und lässig, jazzig, quer.
Chaotisch klingen sie, was zusätzlich verstärkt wird durch diese immer wieder ins Hirn dringenden Wortfetzen und Satzteile.

Atonal verzerrter Sprechgesang über einen EBM-technoid-psychedelischen
Hintergrund gelegt.

Gert Vanlerberghe und Butsie Butsenzeller erforschen die Möglichkeiten einer experimentellen Unternehmung in den multidimensionalen Underground.
Hierzu nutzen sie Instrumente und ihre Stimmen, ihre Texte und ihre Ideen.
Was dabei nun herausgekommen ist und in Form von
We Ploeteren Voort
scheint in der Tat erst einmal für die meisten Ohren eher ungewöhnlich bis nervtötend.

Hat man aber erst einmal Blut geleckt, ist es schwer, sich ihren Klängen zu entziehen und  nicht beim ein oder anderen Track die Lautstärkeregler rechtswärts zu drehen.

Raus hier, nur raus und macht es anders, liebe Menschen, ändert Euch, tauscht sie ein, Eure liebgewonnenen Bequemlichkeiten gegen ein paar Momente der Ungewissheit.

Zwischen gruselig anmutender Erzählgeschichte (Het Woud), Einstürzenden Neubauten und den Nine Inch Nails schwant einem von Stück zu Stück:
Die Welt ist nicht gut und das Ende wird böse.
Ob wir selbst ersticken oder alle Tiere sterben, man ahnt:
Diese vertonte Dunkelheit ist nahe an der Realität.
Wir leben unser Leben, in einer ganz eigenen Welt, vielleicht in einer fiktiven, doppelten Realität, wir steigen eine von Moos überzogene Treppe empor, eine nicht enden wollende, begehen einen obskuren Wandel durch Trauer, Zorn und Aufbegehr.

Lassen wir sie tun und erwarten in Besinnung und im Wissen unserer Vergänglichkeit unser Schicksal, wir werden ihm eh nicht entkommen.

HERSENCELLENWe Ploeteren Voort
Jezus Factory Records, 1/2017

75/100

° ° °
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Raguza Blues
Kubisme
Alle Dieren Sterven
Diamanten
Saxmeisje
Saboteer
Het Woud

° ° °

° ° °

Het begon met nauwelijks merkbaar trillen. Een verre trein die hier spoedig zou zijn. Een op hol geslagen kudde wildebeesten. De belofte van een storm. De wereld die loskomt. Onstuimig gedreun en een lichaam dat begint te borrelen. De schrik om over te koken zit er dik in. Een zwaartekracht die verstek laat gaan. Geometrisch bedrog. Vingers, armen, benen, halzen blijven niet langer op hun aangewezen plaats, wijken uit in onmogelijke hoeken, scherp en stomp. Maar niet recht. Nooit recht. Een kruispunt tot in het oneindige. De zoveelste macht van verbondenheid. Een epileptische danse macabre. Ledematen zigzaggen, gaan stevig uit de bocht. Ze zijn van rubber. Niets is nog standvastig. Alles is kubisme. Ook jij.

gertvanlerberghe

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2 Gedanken zu “Fiktion und Besessenheit: HERSENCELLEN – We Ploeteren Voort

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