Vom Kleinod zum Kleintod: IDLE BLOOM – Little Deaths

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(photo & allrights: IDLE BLOOM / seasons fb)

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Kleine Tode. Nun.

IDLE BLOOM

aus Nashville, Tennessee sind eine junge frische indie-grunge-rock Combo mit Esprit, Ohrfangmelodei und jeder Menge Energei.
Da kann man schon mal für sterben.

Sie malen lärmige Soundlandschaften, platzieren gekonnt das ein ums andere Mal einen Widerhaken, der am Ende des Tages wie ein Stehaufmännchen in ständiger Bewegung auf sich aufmerksam macht.

Bewegung ist ein Stichwort, Stillstand scheint es bei der Band nicht zu geben.
Überall scheinen ihre Batterien voll aufgeladen, ihre Songs klingen wie unter Strom und leicht außer Atem.
Selbst im instrumentalen Interlude treiben sie sich selbst an, steigern nochmals die Geschwindigkeit,  mit der sie sich mit ihren Gitarren in schmutzig-düstere Alternative-Abgründe stürzen und uns mitreißen.

Mit Goner kommt ein Highlight des Albums schon zeitig zum Einsatz, eine leidvolle Reise zwischen dem Frust des Alltags und der Hoffnung auf Reinkarnation.

Massive Gitarrenkonstrukte, stimmige übereinandergelegte Chöre (wie zur Einleitung in Sleeper in dem man sich in die Zeit von J. MascisBug und Freakscene zurückversetzt  und dort komfortabel aufgehoben fühlt).

Diamond Mind als quälender, persönlicher Höhepunkt mit verhuschter Stimme und unermüdlicher Wiederkehr zum Thema, in dem galoppierende Drums einen verhaltenen und intensiven Grundton einbringen.

Girlie-Klänge kommen in Wake zum Zuge, man hat das Gefühl, die Band fühlt sich erleichtert, schon einmal so weit gekommen zu sein.
Die Luftballons werden aufgepustet und die Bollchen unters Volk geworfen bevor uns mit Disease ein Lo-Fi-inspiriertes Endstück  präsentiert wird, in dem all der Schmutz noch einmal präsentiert wird, stolz wie die Katze, die den toten Vogel auf der Terasse drapiert, einfach, weil sie es kann.

Eine inspirierte Sammlung energievoller Songs, die all denjenigen eindrucksvoll und intensiv einen kräftigen Tritt in den Hintern verpassen, die einfach ein wenig zu lange faul herumsitzen und die Füße hoch legen.  Songs über das Leben und die Wiedergeburt, den Frust und den ewigen Kampf gegen das allgegenwärtige Böse.

Am 17. Februar kommt nun ihr Debütalbum in den Handel.
Sicher benötigen sie bald eine überdimensionierte Holzkiste, in der sie die ihnen und ihrem  liebenswerten DIY-Sound zufliegenden Herzen in eine fette Kiste deponieren können.
Wir werden sehen, was daraus wird.

° ° °

IDLE BLOOMLittle Deaths
10.2.2017

82/100

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Seeker
Hive
Goner
Sleeper
Dust
Diamond Mind
Lost Cause
Wake
Disease

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