Reisende: CLAP YOUR HANDS SAY YEAH – The Tourist

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(photo & allrights: CLAP YOUR HANDS SAY YEAH / riotactmedia / Michael Regan)

° ° °

Meine Lieben, ich habe ja prinzipiell nichts gegen den Wandel. Was auch immer man darunter verstehen mag, aber Veränderungen sind grundsätzlich einmal nicht rundheraus negativ.

Habe ich das letzte Album von Alec Ounsworth, Only Run, aus dem Jahr 2014 in den Himmel gehoben und den neuen Klang (zum Vorwerk gab es einfach mehr Synthies, mehr Dunkel, mehr Bombast) sehr geschätzt, so bin ich mit
The Tourist
etwas überfordert.

Es gefällt mir gut, ja, es gefällt mir. Aber.

Genau. Und da liegt der Hase im Korn oder im Pfeffer oder.. es ist ein Schritt in eine wiederum andere Richtung. Hier kommt kein pressender Song, drückend, energisch.
Hier haben wir die gewohnte leidvolle Qual in der Stimme, natürlich, und wir haben (Unfolding..) an sich alles recht coole Songs.. als Ganzes aber fehlt die Zündung.
Ich habe das Album mittlerweile sicher dreißig mal gehört und werde es sicher noch weitere dreißig Male hören, in der Hoffnung, eben jenen Funken doch noch zu entdecken und
The Tourist
wirklich zu schätzen.
Bisher ist es einfach ein neues Album von

CLAP YOUR HANDS SAY YEAH

auf dass ich mich ziemlich sehr gefreut hatte.
(Ich kann mich noch erinnern, das Debüt hatte ich direkt von Insound angefordert, da es hierzulande nicht zu bekommen war.. )

Vielleicht hatte ich mir diesmal zuviel versprochen und erhofft.
(Zum Glück sind Plattenkritiken so eine subjektive Angelegenheit.
Sofern man auch versucht, objektiv zu erzählen, so bleibt das dann meist oberflächlich und häufig auch nichtssagend).

° ° °

„I’d rather not say that it was a dark time, but it was a difficult time in my life – among the most difficult but I needed and need to try to let it go. And this is how I let things go. I have to try to do something each time that’s new and engaging for me.“

° ° °

Wir haben wunderbar treibende, losgelassene Gitarren (Better Off) mit einem in Hall hoch oben endenden Ausflug, wir haben verrückte Sprechgesangspassagen (Fireproof) mit tonangebender Bassline und sich darum türmenden Lyrics, mit Breaks und Gesang ausschließlich durch Schlagzeug unterlegt.. nur – wo bleibt die Begeisterung, das Gefühl, von der Musik getragen und mitgerissen zu werden?

Nein, ich bin nicht enttäuscht (insgeheim natürlich doch).
Ich hätte mir aber etwas anderes gewünscht.

85/100

CLAP YOUR HANDS SAY YEAH – The Tourist
self-released, 24.2.2017

clapco.jpg
The Pilot
  A Chance To Cure
Down (Is Where I Want To Be)
  Unfolding Above Celibate Moon (Los Angeles Nursery Rhyme)
Better Off
Fireproof
The Vanity Of Trying
  Loose Ends
Ambulance Chaser
Visiting Hours

° ° °

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