Die Engel im Keller: SOFTSPOT – Clearing

softspotba

(photo & allrights: SOFTSPOT/ Riot Act Media / Landon Speers)

° ° °

Du musst Dich nicht sofort entscheiden. Nicht jetzt, nicht gleich. Nimm Dir Zeit. Alle Zeit, die Du brauchst, ein Jahr, zwei Jahre. Drei Jahre. Ich werde warten.
Nur versprich mir, dass Du mich heiraten wirst.

SOFTSPOT

veröffentlichen mit
Clearing
ein Album des Jahres. Eines, dass Zeit braucht.
Und Dich trotzdem beim ersten Kontakt anspringt. Anspricht. Anmacht.
In seiner Nähe, in seiner Direktheit, seiner Distanzlosigkeit, seiner Unverständlichkeit und seiner Schönheit.

Zwischen Jammern und Jauchzen, zwischen Bitten und Flehen erstreckt sich ein musikalisches Minenfeld, dass geschickt durchforstet werden, entdeckt werden möchte.
In seiner eigenen Verwirrung entbehrt das Album nicht einer Aufforderung, ihm zu helfen, seine Flügel zur Gänze zu entfalten, gleich einem aus dem Kokon schlüpfenden Schmetterling.

Oft erinnert der Gesang von Sarah Kinlaw an klassische Folkmusik, besonders, wenn sie für kleine Dinge einen großen Bogen schlägt, wie in Shadows In The Shade, das mit seinem Refrain für Verzückung sorgt um nahtlos ins von monotonem Bass und Schlagzeug unterlegte Helen hinüberzugleiten, in dem die Gesangslinie in ein Land hinter der Realität zu entführen gewillt ist. Im ausbrechenden Mittelteil dominiert neben der engelhaftem Gesang (Bel Canto, Dead Can Dance, Rise And Fall Of A Decade) ein Bass, der eine dunkle Grundstimmung zaubert. Die Gitarren brechen aus, gönnen sich Freiraum, quälen, kehren zurück um dem abrupten Ende entgegenzupreschen.

Ganz in kathedraler Einsamkeit mit Cowboy Junkies-Athmosphäre begeben wir uns gemeinsam in Habits. Ein eindringliches, zögerliches Stück, das sich vor uns zurück wiegt, vor und zurück. Ein in sich geschlossener Song, der mit einem Break im Mittelteil genügend Raum zur Entfaltung von Vocals und ineienandergreifenden Instrumenten gibt.

In Touch And Go ergreift erstmals Bryan Keller das Mikrophon und zelebriert XX-gleich ein schleichendes Mysterium an Song, der eine andere Seite der Band offenbart. Monotone Rhythmusarbeit leitet schließlich einen choralen Gesangspart zum Vorschein der eine entfesselte Soundlawine anführt.

Was 2009 als Duo, gegründet von Sarah Kinlaw und Bryan Keller jr. startete, hat sich in der Zwischenzeit zur Band in Quartettstärke gemausert, verstärkt werden die beiden durch Drummer Blaze Bateh und Tastenmann Jonathan Campolo.

SOFTSPOT

gelingt mit
Clearing
ein großartiger Wurf,
ein irgendwo zwischen den (Klang-)Welten mäanderndes waberndes Teil, welches in seiner Weitläufigkeit und den unterschiedlichen, meist in dunklen Tönen gehaltenen Vielfältigkeit zwischen Engelhaftigkeit und schummrigem Kellergewölbe mit treibenden Beats, einem bestimmenden Bass und Synthie-Einlagen und vor allem natürlich der unvergleichlichen Stimme, die eindringlich-mystischen Lyrics zelebriert und uns durch ein eigenes Universum führ, welches mit jedem Hören neue Entdeckungen bereit hält.

° ° °

94/100

SOFTSPOTClearing
Arrawhawk, 7.4.2017
Tumblr

softco.jpg

Maritime Law
Shadows In The Shade
Helen
Habits
Touch And Go
Abalone
Whale Song
Heat Seeker
Double Sink Valley

° ° °

You do not have to decide immediately. Not now, not alike. Take your time. All the time you need, one year, two years. Three years. I’ll wait.
Just promise me you’ll marry me.

SOFTSPOT

release with
Clearing
an album of the year. One that takes time.
And you can still start the first contact. Claim. Ready.
In its proximity, in its directness, its lack of emotional distance, its incomprehensibility and its beauty.

Between wailing and jubilant, between pleas and supplications, a musical minefield which is cleverly pierced to be discovered.
In its own confusion, the album seems to be an invitation to help for unfolding its wings completely, like a butterfly hatching from the cocoon.

Often, the singing of Sarah Kinlaw reminds you of classic folkmusic, especially when she hits a big bow for small things as in Shadows In The Shade, which, with the refrain provides to drool over it with monotonous bass and drums comes without closing into Helen, in which the vocal line seems to pretend in a country behind the reality.
In the middle of this track, the bass dominates and creates a dark basic mood in addition to the enchanting vocals (Bel Canto, Dead Can Dance, Rise And Fall Of A Decade).
The guitars break out, allow themselves free space, torment, return to the abrupt end.

Quite in cathedral loneliness with Cowboy Junkies-like atmosphere we get together in Habits.
A haunting, hesitant piece, which weighed before, back and forth an alternate motion. A self-contained song, with a break in the middle part, there is enough room for the unfolding of vocals and other instruments.

In Touch And Go Bryan Keller celebrates a sneaky mystery of song, which reveals another side of the band. Monotonous rhythm work finally, leads a choral choral part to the forefront of an unleashed soundlawine leads.

What began in 2009 as a duo, founded by Sarah Kinlaw and Bryan Keller jr., Has meanwhile grown into a band in quartet strength. Drummer Blaze Bateh and keyboardist Jonathan Campolo strengthened the band.

SOFTSPOT

succeeds
Clearing
a great pitch,
a somewhere between the (sound-)worlds meandering album, which in its broadness and the different, mostly in dark tones held, finding itself somewhere between angelicness and dull basement vault with driving beats, a determining bass and synthie inserts and above all, of course, Sarahs incomparable voice, the impulsive and mystical lyrics and leads us through a universe of its own, which with every hearing holds new discoveries.

 
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