Windstill: WAXAHATCHEE – Out In The Storm

Katie Crutchfield, die Dame die unter dem etwas fremd anmutenden Namen

WAXAHATCHEE

ist mit ihrer neuen Scheibe, die am 14. Juli erscheint ganz aktuell zurück im Geschehen.

Out In The Storm
zeigt eine in musikalischer Hinsicht doch schon veränderte Künstlerin.
Nunmehr eher zugänglich für die große breite Masse, abgelegt wurden zugunsten eines vermeintlich größeren Publikums die Verschrobenheit und Coolness ihrer ersten Alben (Cerulean Salt, Ivy Tripp), hier wird eher mit Melodien balanciert als mal eine Kante zuviel zu präsentieren.

Schrammelig startet das stürmische Unternehmen mit Never Been Wrong bevor einen Gang zurückgeschaltet wird und mit 8 ball ein Alternative-Popsong an unser Ohr dringt. Hernach folgt mit Silver eine Art Neuzeit-Pixies-Ballade die in jedem College-Radio gut aufgehoben ist.

Atmosphärisch dunkler kommt Recite Remorse, rauchig und einfühlsam, Stille, ein Warten (for permission to take off) auf den Abflug. Der Song hingegen bleibt in ruhigem Fahrwasser, die dezenten E-Drums ab ungefähr der Mitte des Stücks vermitteln eine antiquiert anmutende Stimmung aus der Vergangenheit.

Und so geht es weiter: Statt energischem Funkenflug bleibt Sparks Fly eher gemütlich, Fans von Liedermacher/Singer-Songwritertum fühlen sich überraschend wohl in Crutchfields dramatisch-romantischen Ausflügen. Westcoastrockig könnte man fast sagen, ohne damit ganz falsch zu liegen und ohne dem Ganzen böses unterstellen.

K.D. Lang fällt mir ein oder die gerade wieder ins Gespräch gekommenen und vollkommen nichtssagenden Haim, andere sonnige Feelgood-Künstlerinnen schrammeln im Gedächtnis herum, „Uhuhuhuhuuuuu“-Choräle tun (Brass Beam oder „Ohohohoo“ im folgenden Hear You) ihr übriges.

A Little More überrascht dann noch einmal, ein Mädchen und ihre Gitarre.
Netter Song auch.

Wie eingangs schon bemerkt, hier fehlt einfach das Aufmüpfige, Rohe, Unbehandelte.
Keineswegs eine schlechte Platte, eher unglücklich gezähmt und zurückgehalten.
Ob die Rechnung aufgeht, neue Hörer mit Gleichklang zu gewinnen ohne alte Liebhaber zu verprellen wird sich zeigen.

° ° °

71/100

WAXAHATCHEEOut In The Storm
(Merge/Cargo, 14.7.2017)

waxaco

Never been wrong
8 Ball
Silver
Recite Remorse
Sparks Fly
Brass Beam
Hear You
A Little More
No Question
Fade

° ° °

 

 

 

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3 Gedanken zu “Windstill: WAXAHATCHEE – Out In The Storm

  1. Hallo Jens,
    hab ich morgen auch im Angebot, hinsichtlich Wertung liegen wir nah beinander, scheint mir.
    Bei der Einschätzung der „vollkommen nichtssagenden“ Haim sowieso ;-)))
    Viele Grüße,
    Gerhard

    1. Hallo Gerhard,
      ja, insgesamt bin ich ziemlich enttäuscht, das klingt irgendwie gar nicht mehr persönlich und driftet leider in nichtssagende Gefilde.. schade.

      ..und ich freue mich jedes mal wieder über realistische Haim-Bemerkungen und Einschätzungen.. 😁

      Herzliche sommerliche Grüße
      Jens

      1. Hallo Jens,
        direkt enttäuscht bin ich nicht, aber es reißt mich auch nicht vom Hocker. Die individuelle Note fehlt halt ziemlich, wie Du sagst.
        Ach ja, Haim, was soll man sagen, es wird halt fast täglich ein neues Borstenvieh durchs Indie-Dorf getrieben, für die Mädels trägt der Hype auch noch für die 2. Scheibe… ;-)))
        Herzliche Grüße zurück ! 🙂
        Gerhard

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