Gummiknödel und Grinsen: MANCHESTER ORCHESTRA – A Black Mile To The Surface

Nun, ich muss zugeben, die „alten“ Werke des

MANCHESTER ORCHESTRA

sind eher unbemerkt an mir vorbei gegangen, sprich, ich fand wohl nichts aufregend genug, davon Notiz zu nehmen. Oder die Pressearbeit war miserabel.
Lassen wir das mal so ohne weitere Kommentare hingestellt.

Das neue, soeben erschienen Album trägt den schönen Titel
A Black Mile To The Surface
und hat nun ein gewisses Potential, um mich aus meinem Dämmerschlaf was die Band angeht ein wenig aufzuwecken.

Zum Beispiel habe ich gelernt, dass die Titel der Band bis auf verdammt wenige Ausnahmen mit einem vorangestellten The beginnen.
Warum das so ist konnte ich nicht herausfinden.

Aber so ist es denn auch gar nicht weiter verwunderlich, wenn die bereits im Vorfeld veröffentlichten und mit Videos versehenen Singles The Moth, The Gold und The Alien heißen.

Klanglich bietet die Band auf dieser Scheibe Erinnerungen an frühe Band Of Horses, häufig werden sie Medienberichten folgend in einem Atemzug mit Death Cab For Cutie genannt, ich denke da eher an unterversorgte Frightened Rabbit mit latenten Surf-Anklängen, alles wohlverpackt in ein niemanden schmerzendes Instrumentarium.

Um etwas positives zu erwähnen: The Moth beeindruckt durch eine, nennen wir es elegant gehaltene Spannung, die vom doch ansonsten irgendwie stets beabsichtigten Gute Laune-Verbreiten ein wenig abschweift und mit druckvollen Synthielinien eine leicht düstere Grundstimmung zu schaffen versteht. Ein Wille ist zu spüren, auch der hervorstechende Gesang in High-End-Leveln geht einem hier wegen der umgebenden Spannung nicht so arg auf die Nerven.

Ich frage mich immer wieder, wann dieses oft halbherzige Falsett-Getöne seinen Anfang nahm. Mein Widerwille dagegen, so könnte ich vermuten, hat unter Umständen mit den Menschen zu tun, die in meiner Jugend Bee Gees hörten.
Warum klingen eigentlich nicht mehr Bands wie Boney M.?
Da hatte man zumindest etwas zu lachen.
Ständig klingt man als hätte man einen zähen, riesenhaft unförmigen Gummiknödel im Mund und Angst, beim Singen keine Luft mehr zu bekommen. Und dann natürlich noch versuchen, gleichzeitig zu grinsen und Stadionatmosphäre zu vermitteln.
Seltsam.

Aber zurück zum Geschehen: Der Start mit The Maze eher ruhig, ursprünglich war es wohl als Gute Nacht-Lied für die inzwischen dreijährige Tochter von Leadsänger Andy Hull gedacht.. von seiner stillen Opulenz her nimmt man es dieser bearbeiteteten Version sogar ab.

Im Großen und Ganzen und mit ein wenig Naserümpfen könnte man zusammenfassen, kennt man einen Song des vorliegenden Albums, kennt man alle.
So wirken sie zusammengehörend, stil- und stimmungsmäßig durchgehend auf der eher dunklen Seite angesiedelt wurschteln sich die Jungs Lied für Lied voran.
Komplex ja, innovativ nein.

Nun.. ich bin es gerade leid, weitere Worte zu verlieren. Hört selbst, urteilt selbst.
ich für meinen Teil jedenfalls finde die aktuelle Veröffentlichung leider größtenteils nur anstrengend und werde nunmehr zukünftig – wie schon in der Vergangenheit – nur leicht den Kopf heben wenn es in drei Jahren (der Spanne, in denen bislang die Alben der Jungs aus Atlanta veröffentlicht wurden..) wieder heißt, dass ein neues Meisterwerk erschienen sei..

° ° °

52/100

MANCHESTER ORCHESTRAA Black Mile To The Surface
Concord Records / Loma Vista

Manchesterco

 The Maze
 The Gold
 The Moth
 Lead, SD
 The Alien
 The Sunshine
 The Grocery
 The Wolf
 The Mistake
 The Parts
 The Silence
° ° °

 

 

 

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