Perlenfischen: MARINE – Fable Electric

marineba.jpg

(photo & allrights: MARINE / hp)

° ° °

S i r e n s

Runaway to be to a stray
where glow meets the gloom
Conjure up a window of round
tiny mirrors to look through

I wanted to learn anything
as well as I know you
Certain that I’d find something
in that deep Indjun lagoon

Brightness hides behind desire
You alone can hear the silence
Palest flames & driest fire
You alone can see the sirens

Better gods need kaleidoscopes
just to be viewed
Heartbeat keeps me company
you’re still my favourite jewel

° ° °

In ihrer ausufernden Gesangsdarbietung, die gern einmal neben der Spur liegt, erinnern

MARINE

ab und an an Amanda Palmer oder Coco Rosie, Kate Bush, die Rainbirds.
Ruby Jack, Beth Leondariti, Kaja Magsam und Cara Sebastian wuchsen auf inmitten von Betonwüsten und schufen sich mit eigens organisierten Touren eine schnell wachsende, aufmerksame und dankbare Fangemeinde.

Die Geschichten die sie uns auf ihrem Debütalbum, für dessen Covergestaltung Sängerin & Gitarristin Cara Sebastian verantwortlich ist, erzählen von Mystik und Monstren, Hexen und Werwölfen, verwandeln die Gegenwart in eine tranceartige Irritation, die gefüllt ist mit quereinsteigenden Gitarren, einem unwiderstehlichen Drumgewirr und dem zweistimmigen Gesang, der hell-dunkel kontrastiert, mal lieblich, mal operngleich, mal begleitend, mal beissend, mal schräg übereinandergelegt, mal hex-hex-beschwörerisch hintergründig, stets aber die Aufmerksamkeit auf sich ziehend über uns kommt wie ein klangkaleidoskopischer Wasserfall.

Ihre dritte Single, die zeitgleich mit der Veröffentlichung des Albums erfolgt, Big Dog beginnt wild und schnell, überrennt mit seinen Gitarren, stoppt kurz um zu Atem zu kommen, wird vorangetrieben durch den Gesang, der überlappend und eindringlich erscheint, wirkt in sich stimmig aber widersprüchlich, als würde man sich auf dem Weg zu einem Ziel stets verfahren und in engen Einbahnstraßen landen, nur weil man sich nicht auf seinen Verstand sondern ein überfordertes Navigationsgerät verlassen hat.

So wirken ihre Songs bisweilen auf den ersten Blick ein wenig sperrig, als wären in ihren Liedern um Verwirrung zu stiften ein paar Hindernisse eingebaut. Diese, wie Staustufen im rauschenden Bach wirkenden Einschläge verfehlen nicht ihre Wirkung. Immer wieder hören wir doppelt hin, um nichts ungehört verklingen und an uns vorbeiziehen zu lassen.

Das sie auch die stillen Momente beherrschen zeigen sie in Kraken, das sich langsam zu einem mit Widerhaken gespickten Stück voll intensiver Lyrics entwickelt oder im das Album beschliessenden Aesop, in dem sie tatsächlich zur Ruhe kommen, die Instrumente die Stille nur sporadisch streicheln und bereichern, in dem der Gesang ganz im Vordergrund steht und einen Höhepunkt dieses zwischen den Polen schwimmenden Werkes darstellt.

Ein kleines, persönliches und direkt aus den Herzen der jungen Musikerinnen kommendes Klangwerk, welches sich nicht sofort erschließt sondern in seiner Gesamtheit eine gewollte Zerrissenheit ausdrückt die Stück für Stück erarbeitet und für sich entdeckt werden möchte.

° ° °
84/100

MARINEFaible Electric
The Vinyl Factory 23.3.2018

marineco

Sirens
Mount Olympus
 Rapunzel
 Selkie
 Ariel Avengers
 Big Dog
 Kraken
 Kitsune
 Anima
 Aesop

° ° °

 

 

 

// in english:

Pearl Fishing

In their overflowing vocal performance, which often seems a bit out of tune,

MARINE

recall in mind Coco Rosie, Kate Bush or Rainbirds.
Ruby Jack, Beth Leondariti, Kaja Magsam and Cara Sebastian grew up in the middle of concrete deserts and created a fast growing, attentive and grateful fan community with specially organized tours.

The stories they tell us on her debut album, for whose cover design singer & guitarist Cara Sebastian is responsible, tell of mysticism and monsters, witches and werewolves, transform the present into a trance-like irritation, which is filled with guitars rising crosswise, an irresistible drum tangle and the two-part singing, which contrasts light and dark, sometimes sweet, sometimes opera-like, sometimes accompanying, sometimes biting, sometimes diagonally superimposed, sometimes hex-hex-spellingly profound, but always attracting attention like a sound-kaleidoscopic waterfall.

Their third single, which is released at the same time as the album, Big Dog starts wild and fast, runs over with his guitars, stops briefly to get a short breath, is driven forward by the vocals, which appear overlapping and haunting, is coherent but contradictory in itself, as if one were always lost on the way to a destination and landed in narrow one-way streets, only because you have not relied on your intellect but an overstrained navigation device.

At first glance, their songs sometimes seem a bit bulky, as if there were some obstacles built into their songs to create confusion. These impacts, which look like barrages in a rushing stream, do not miss their effect. Again and again we listen twice to let nothing fade away unheard and pass us by.

That they also master the quiet moments they show in Kraken, which slowly develops into a piece full of intense lyrics full of barbs or in the albums last song Aesop, in which they actually come to rest, in which the instruments caress and enrich the silence only sporadically, in which the singing is in the foreground and represents a climax of this work floating between the poles.

A small, personal and direct sound work coming from the hearts of these young musicians, which does not open up immediately but expresses in its totality a deliberate dissension that wants to be worked out piece by piece and discovered for itself.

 

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