Erntezeit: HALEY HEYNDERICKX – I Need To Start A Garden

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(photo & allrights: HALEY HEYNDERICKX / Alessandra Leimer/ hp)

° ° °
Eine dieser Platten, denen man zunächst einmal fragend gegenübersteht.
Wie jetzt, das ist der Name, jetzt.. echt?

HALEY HEYNDERICKX?

Klingt wie ein Urzeittier, vielleicht ein flugunfähiges.
Vielleicht hat ja auch einfach jemand zum Spaß ein „x“ an den Namen gehängt?

Nein, alles falsch. Es ist der richtige Name und offenbar stammt er aus Belgien.
Haley herself hat zudem ‚philippinische Wurzeln‘, lebt in Portland und bezaubert mit ihrer schwer zu beschreibenden Musik.
Doom Folk sagt sie selbst könnte man das nennen.

I Need To Start A Garden

ist ein echter Bringer. Ein Wachser. It grows with every single moment you listen to that.

Wenn man einmal begonnen hat, einen Garten anzulegen und zu pflegen, den Pflanzen und all dem Gemüse beim Wachsen zuzusehen, dann kann man das nicht ohne eine gewisse liebevolle Zuwendung tun, also, das Anlegen, das ständige Gießen, Unkrautzupfen und schließlich: Die Ernte.

Mit ihrem Debütalbum ist es ähnlich.
Wir als Zuhörer können von Beginn an die Ernte einfahren.
Diese Songs, die mal verzweifelt, bangend, beschwörend klingen, dann im Halbreich zwischen Folksong und opernhaftem Jazzanklang pendeln, diese Songs einer Künstlerin auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Anerkennung. Nach Aufmerksamkeit.

Nicht nur im Umgang mit ihren Liedern, nein, es ist eine Aufforderung, auf den Nächsten, die Lieben ein Auge zu haben, Acht zu geben und wenn man in der Lage ist, eine beschützende Hand über allem zu haben.

Von zittrig bis widerspenstig reicht ihr stimmliches Spektrum, ihre Stimme, die in einem einzigen Song eine Vielzahl von Wandlungen durchmacht und dabei jede Gefühlsregung glaubhaft zu transportieren in der Lage ist.

Oom Sha La La ist ein gutes Beispiel.
Von Ernsthaftigkeit bis zur Extase, sich gehen lassen, Barrieren zu vergessen und auch die Welt die einen umgibt einfach nicht nur bierernst zu betrachten.

Stets bleibt dabei aber die Hoffnung spürbar, ein kleines Stück dazu beitragen zu können, das eigene Umfeld durch bestimmtes Verhalten und eine nach Außen getragenen Weltanschauung  zu beeinflussen.

Irgendwo inmitten von Angel Olsen, Julien Baker, Flo Morrissey und Shilpa Ray reiht sie sich ein in eine äußerst umtriebige, innovative Riege junger Künstlerinnen, die sich die ihre Seelen aus den Leibern singen.
Auch, um unsere Welt mit ihren Liedern ein Stückchen reicher machen.

° ° °

93/100

HALEY HEYNDERICKX I Need To Start A Garden
Mama Bird Recording Co, 2.3.2018

haleyco

No Face
The Bug Collector
Jo
Worth It
Show You A Body
Untitled God Song
Oom Sh La La
Drinking Song

° ° °

 

// in english:

Harvesting

One of these records, which one first of all is questioningly confronted with.
What, that’s the name, now… really?

HALEY HEYNDERICKX?

Sounds like a prehistoric animal, perhaps a flightless one.
Maybe someone just added an „x“ to the name for fun?

No, all wrong. It is her real name and apparently it comes from Belgium.
Haley herself also has’Filipino roots‘, lives in Portland and enchants with her elusive music.
Doom Folk says she herself could be called that.

I Need To Start A Garden

is a real bringer. A grower. It grows with every single moment you listen to that.

Once you start cultivating a garden, watching the plants and all the vegetables grow, you can’t do it without a certain loving care, so the planting, the constant watering, weeding and finally: the harvest.

Their debut album is similar.
We as listeners can harvest from the beginning.
These songs, which sometimes sound desperate, trembling, evocative, then oscillate between folk song and kind of an opera-jazz appeal, these songs of an artist in search of self-realization and recognition. For attention.

Not only in dealing with their songs, no, it is an invitation to look after one’s neighbour, to keep an eye on one’s loved ones and if one is able to have a protective hand over everything.

Her vocal spectrum ranges from shaky to unruly, her voice, which undergoes a multitude of changes in a single song and is credibly capable of conveying every emotion.

Oom Sha La La is a good example.
From seriousness to ecstasy, to let yourself go, to forget barriers and also to look at the world that surrounds you not only seriously.

However, there is always the hope of being able to make a small contribution to influencing one’s own environment through certain behaviour and a world view that is carried outwards.

Somewhere in the midst of Angel Olsen, Julien Baker, Flo Morrissey and Shilpa Ray she joins an extremely active, innovative group of young artists who sing their souls out of their bodies.
Also, to make our world a little richer with their songs.

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