Wodky-Kirsch-Bowle und ein Sommer mit: BOYS – Rest In Peace

 

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(photo & allrights: BOYS / Anna Rauhala / Facebook)
° ° °

Was anfängt wie ein fröhlich-spaßiges Sahne-Discotörtchen oder ein Nintendo-Unterwasser-Abenteuer mausert sich mit zunehmender Genußdauer zu einem mit Ohrwürmern gesegnetem Sommerplättchen ernstzunehmender Qualität.

Gleich einer Fahrt im Autoscooter, erstmal Och nö, kein Bock, dann aber, wenn man den Klassenkameraden mit der zum Mitkommen überredeten Möchtegern-Freundin das erste Mal zum Hüpfen gebracht, sprich frontal gerammt hat, mag man gar nicht mehr aufhören.

Rest In Peace
erscheint am 11. Mai auf PNKSLM und scheint dort mit Blick auf die doch teilweise recht wild daherkommenden MitstreiterInnen nicht ganz hinzupassen.

BOYS

ist die 22 jährige Nora Karlsson aus Umea in Nordschweden.
Und die möchte, siehe Bild oben, doch eigentlich Jeder heiraten. Oder?

Aber, meine Lieben, Schluß mit der Baggerei, nicht nur die Optik ist mehr als ansprechend, nein, auch ihre Synthie-Pop-Balladen haben es in sich.
Und sie wirken wie eine Wodka-Kirsch-Bowle an einem heißen Nachmittag.
Sobald die Sonne tiefer steht und nurmehr zaghaft durch die Blätter streicht, merkt man, wie besoffen man ist – und wie süchtig nach diesem Zeug.

Mit ungefähr 17 begann sie, eigene Songs zu schreiben.
Es sollte jedoch noch mehrere Jahre dauern, bevor sie, ebenso ermuntert wie unterstützt durch ihre Band- und Labelkollegen von Holy, diese einer breiteren Öffentlichkeit preisgab.

Ihre hier versammelten Songs sind während der letzten fünf Jahre entstanden, viele in intensiver Arbeit im vergangen Jahr.
Sie handeln von persönlichen Erlebnissen in einer nicht immer leichten Zeit, es geht um die Liebe, den Tod, das Erleben und den Verlust von Freundschaften, das Erwachsenwerden, um ihren Kampf, einen Platz im Leben zu finden und oft auch einfach um das Leben an sich.
Und das klingt verdammt nochmal verdammt cool.
Zum fett Umarmen schön.

Die ersten Aufnahmen, noch im heimischen Zimmer entstanden, wurden als EP im Jahre 2015 unter dem Titel  Kind of Hurt veröffentlicht.
Ein Jahr später dann eine erneute EP, Love On Tour, bevor Nora sich an die Arbeit zum nun vorliegenden Debüt-Longplayer machte.
Ihre handwerklichen Fähigkeiten die sie mit oben genannten Holy als Gitarrenqueen  unter Beweis stellt haben sich ebenso wie ihre songwriterischen Fertigkeiten im Laufe der Jahre weiterentwickelt und sind mit der nun vorliegenden ersten Langspielplatte an einem vorläufigen Höhepunkt angelangt.

Die Songs schmeicheln sich in Dein Gehör und suchen sich ihren Platz.
Man möchte aufstehen und sich bewegen zu ihrer Musik, ein elektronische spielerisches wirkendes aber dennoch ernstzunehmendes Album einer jungen Künstlerin, die, so prognostiziere ich einmal, ihren Weg gehen wird und von der noch – so oder so – einiges zu vernehmen sein wird.

Hier jedenfalls reiht sich ein vermeintlicher Hit an den anderen, eine Melodie kreist die nächste ein, die noch schnuckeliger scheint als die vorherige.
Und alles mit einer häufig lasziv-dezent im Hintergrund bleibenden Stimme, die verhuscht im einen, eigensinnig im nächsten und direkt zupackend im übernächsten Moment klingt.
Synthiesounds, elektrische Landschaften, Verzerrungen, Strömungen, psychogene Auswüchse und Ausflüge der E-Gitarre bereichern unseren Alltag und bereiten ein ums andere Mal ein fast verzücktes Ausrufen.

Hurra det är det!

° ° °

95/100

BOYSRest In Peace
PNKSLM, 11.5.2018

boysco.png

It Is Silly
Hemtjänsten
Rabbits
End Of Time
Love Isn’t On My Mind
That Weekend
What If You Would Die
My Baby

° ° °

// in english:

What begins like a cheerful and fun creamy disco cake or a Nintendo underwater adventure turns into a summery adventure of serious quality blessed with earwigs as the time of enjoyment increases.

Like a ride in a bumper car, first I think, no, won’t have fun, but then, when you got the classmates car to jump for the first time with your would-be girlfriend who was persuaded to come along you don’t want to stop.

Rest In Peace
will be released on PNKSLM on May 11th and doesn’t seem to fit in with the sometimes quite wild comrades-in-arms.

BOYS

is 22-year-old Nora Karlsson from Umea in northern Sweden.
And, be brave & look at the picture above, actually everyone wants to marry her.
Don’t you?

But, my dear ones, stop dredging, not only the look is more than appealing, no, also their synthie-pop ballads are tough.
And they come along like a vodka and cherry punch on a hot afternoon.
As soon as the sun is lower and gently strokes through the leaves, you notice how drunk you are – and how addicted to this stuff.

At about 17 she started writing her own songs.
However, it would take several more years before she, encouraged and supported by her band and label colleagues from Holy, revealed them to a wider public.

Her songs gathered here have been written over the last five years, many of them in intensive work over the past year.
They are about personal experiences in a not always easy time, about love, death, the experience and loss of friendships, growing up, about their struggle to find a place in life and often simply about life itself.
And that sounds fucking cool.
Nice to hug fat.

The first recordings, made in the home room, were released as an EP in 2015 under the title Kind of Hurt, one year later another EP, Love On Tour was released before Nora set to work on their debut longplayer.
Her craftsmanship which she has demonstrated with the above mentioned Holy as guitar queen as well as her songwriting skills have developed over the years and have reached a temporary climax with the first long-playing record now available.

The songs flatter your ears and find their place.
You want to get up and move to her music, an electronic, playful but serious album of a young artist, who, I predict, will go her way and of whom – one way or another – there will still be a lot to be heard.

Here, in any case, one alleged hit follows the other, one melody circles around the next, which seems even more cuddly than the previous one.
And all this with a voice that often remains in the background in a lascivious-decent manner, which sounds fuzzy in one moment, obstinate in the next and directly gripping in the second but one moment.
Synthiesounds, electric landscapes, distortions, currents, psychogenic excesses and excursions of the electric guitar enrich our everyday life and prepare again and again an almost ecstatic shouting.

Hurra det är det!

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