Immerschön: REMEMBER SPORTS – Slow Buzz

rememberspoba.jpg

(photo & allrights: REMEMBER SPORTS / Bandcamp)

° ° °
An bestimmte Tage kann man sich ganz besonders gut erinnern.
Wenn man beispielsweise monatlich seine Miete bezahlt ist das nicht sonderlich aufregend. Zumal das ja meist über eine Einzugsermächtigung läuft und man gar nichts weiter davon mitbekommt.
Anders aber, wenn der Angebetete „Ja“ sagt oder wenn man im Sportunterricht über die 1,50 m hohe Hochsprunglatte gekommen ist, wie auch immer.

Aus Sports wurde

REMEMBER SPORTS

und unter neuem Namen bringen die heimlichen Pop-Punk-Underground-Sternchen nun auf Father/Daughter Records ihr neues
Slow Buzz
betiteltes Album heraus.

Viel geändert hat sich außer dem Namen nicht.
Noch immer hämmern sie kräftig drauflos, noch immer knarzt es im Gebälk, noch immer klingen sie frisch und fast glücklich, dass nun die Welt ihre neuen Songs genießen kann.
Ihre Fähigkeit, spontan klingende enthusiastisch anmutende Lo-Fi-Rocksongs zu schreiben, hat sich glücklicherweise nicht in Luft aufgelöst, Sängerin Carmen Perry versprüht noch immer eine Wolke aus guter Laune und Angriffslust, verpackt in lockere Gitarrenschlingen, die sich gern mal verheddern und verfangen um dann im nächsten Moment freudestrahlend aufgelöst zu werden.

Wir alle werden offenbar älter, auch die vier Freunde (Carmen singt und spielt Gitarre, Catherine Dwyer spielt Bass, Jack Washburn: Gitarre und Neuzugang Connor Perry an den Drums) sind reifer geworden und haben das erste Mal das Gefühl, tatsächlich auch ein wenig alt geworden zu sein (gegründet hat sich die Band 2013 im Kenyon College)
und in der Zeit ihres Bestehens mannigfaltige Erfahrungen gemacht zu haben.
Und natürlich haben sie mittlerweile entdeckt, dass sie gemeinsam dieses gewisse Etwas haben, ein wenig mehr zu sein, als eine College-Band die zum Zeitvertreib aktiv ist, etwas mehr als eine Spaßband; Es fühlt sich nun etwas mehr so an wie ein richtiger Job.

Sie haben viel Arbeit investiert, in die Band, die noch immer das Wichtigste im Leben des Quartetts das im Zuge der Umbenennung und den Aufnahmen zur neuen Platte nach Philadelphia umgezogen ist, zu sein scheint und in die Entstehung des nun vorliegenden dritten Albums.

Um zu vermeiden, den Fans wieder und wieder gleiches Material in minimal unterschiedlicher Verpackung zu präsentieren, experimentierten sie
mit Sound und Klängen, mit Synthies, Klavier oder gar Bläsern.

So ist auch eines der Themen die auf ihrer dritten Scheibe behandelt werden: Die Unterscheidung zwischen aufwachsen und älter werden.

Es geht in ihren Songs um ihr Leben und ihre Gefühle, wenn man merkt, dass eine Freundschaft keine Freundschaft im eigentlichen Sinne ist und man unterschiedliche Interessen verfolgt, ist dies ein schmerzlicher Prozess und doch ist es für die eigene Entwicklung wichtig und erforderlich, einen Schlußstrich zu ziehen –
um vielleicht auch in Erinnerungen an die unwiederbringliche aber stets unvergessene Zeit zu schwelgen.
Es geht auch um Löcher in Hosen, um Klamotten allgemein.
Dies scheint ein Thema für Carmen Perry zu sein, dem sie sich nicht wirklich entziehen kann, welches sie mit Humor und Hintersinn behandelt.

Sie verbreiten noch immer eine sprudelnde Energie (Up From Below, You Can Have Alonetime When You’re Dead), verstehen es aber ebenso, einmal das Tempo zu verringern und mehr in sich gekehrt zu tönen wie im wunderbaren Dripping oder Nothing’s Coming Out.

Sie behandeln in ihren Texten die kleinen Dinge, die von Vielen unbemerkt geschehen und für Andere wiederum weltverändernd und wichtig sind.
Und dass es manchmal gut tut, sich unwohl zu fühlen.

° ° °

86/100

REMEMBER SPORTSSlow Buzz
Father/Daughter Records, 18.5.2018

rememberspoco

Otherwise
Up From Below
You Can Have Alonetime When You’re Dead
Dripping
Calling Out
Nothing’s Coming Out
The 1 Bad Man
Temporary Tattoo
Pull Through
No Going Back
Making It Right
Unwell

° ° °

// in english:

Immaculate Feelings

Certain days are particularly well remembered.
For example, if you pay your rent every month, it’s not very exciting. Especially since this usually takes the form of a direct debit authorization and you don’t even know about it.
But it is different when the beloved says „yes“ or when you have come over the 1.50 m high jump bar in PE lessons, however.

Sports became

REMEMBER SPORTS

and under a new name, the secret pop-punk underground stars are now release their new
Slow Buzz
titled album on Father/Daughter Records.

Not much has changed but the name.
They are still hammering hard, the beams are still creaking, they still sound fresh and almost happy that the world can now enjoy their new songs.
Her ability to write spontaneously sounding enthusiastic Lo-Fi rock songs has fortunately not vanished into thin air, singer Carmen Perry still radiates a cloud of good humour and aggressiveness, packed in loose guitar loops, which like to get entangled and get caught up in the next moment to be dissolved radiant with joy.

We all seem to be getting older, even the four friends (Carmen sings and plays guitar, Catherine Dwyer plays bass, Jack Washburn: guitar and newcomer Connor Perry on drums) have matured and feel a bit old for the first time (the band was formed in 2013 at Kenyon College).
and in the time of its existence to have made various experiences.
And of course they’ve discovered that they have that certain something in common, to be a little more than a college band active in passing the time, a little more than a fun band; it feels a little more like a real job now.

They have invested a lot of work in the band, which still seems to be the most important thing in the life of the quartet that moved to Philadelphia in the course of the renaming and the recordings for the new record, and in the creation of the now available third album.

To avoid presenting fans with the same material in slightly different packaging over and over again, they experimented with
with sound and tones, with synths, piano or even horns.

This is also one of the topics covered on their third album: The distinction between growing up and getting older.

Their songs are about their life and the feelings, when you realize that friendship is not friendship in the true sense any more and you pursue different interests, this is a painful process and yet it is important and necessary for your own development to draw a line –
perhaps to reminisce about the irretrievable but always unforgettable time.
It’s also about holes in pants, about clothes in general.
This seems to be an issue for Carmen Perry, from which she cannot really escape, which treats her with humour and hint.

They still spread a bubbling energy (Up From Below, You Can Have Alonetime When You’re Dead), but they also know how to slow down and sound more introverted like in wonderful Dripping or Nothing’s Coming Out.

In their texts they deal with the little things that happen unnoticed by many and are in turn world-changing and important for others.
And that sometimes it’s good to feel uncomfortable.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.