mariusba

(photo & allrights: MARIUS ZISKA / fb)

° ° °

Ferne. Weite.
Das Entfernte. Das Weite. Die Weite.
Das weit Entfernte.
Die Nähe.

Aus einem ganz verwunschenen, so denkt Mitteleuropäer, von allem Leben(swerten) weit entfernten Teil dieses Planeten stammen

MARIUS ZISKA

die mit
Portur
im August des zu Ende gehenden Jahres ihr neues Album vorgelegt haben.

Ein Werk, dessen besonders klingende Töne erstlinig darauf zurückzuführen isnd, dass uns die gesundenen Worte unvertraut und fremd erscheinen. Faröisch hat nunmal nicht das eckige Element des Deutschen, nicht den fast verständlichen alltäglichen Klang des englisch-Amerikanischen, nicht den Singsang des Französischen, es vermittelt Andersartigkeit.
Und natürlich steht man im Allgemeinen und gerade in unserer Zeit Fremdem erst einmal skeptisch gegenüber. Traut man den Medien und der im Volk weit verbreiteten angst vor dem Fremden, den Fremden, den Anderen.
Weil, das sind nicht wir. Schon allein Sprache ist ein nicht zu nterschätzendes Aussonderungsmerkmal.
Dabei vermittelt diese nordische Sprache jede Menge Intimität und tief in sich verwurzelt eine eng geknüpfte Vertrautheit, ein Gefühl von Zusammenhalt. Hineininterpretiert.

Nachdem ich das letztes Album Home/Heim (meine Rezension) , auf dem noch Lyrics in englischer Sprache vorhanden waren, schon sehr schätzte, so ist dieses hier noch eine Fortführung, gar eine Steigerung.

Thematisch handelt das neue Album von der oft zwiegespaltenen Realität, dem sich Jeder ausgesetzt fühlt, einmal das Innenleben, das Ich/Selbst, zum Anderen die äußere Realität, in der wir uns bewegen, mit anderen Individuen, für die wiederum eigene Realitäten existieren, kommunizieren. Ein Konzeptalbum quasi, einen zu finden, all dieses Leben, die Ungerechtigkeiten und das Leid zu verarbeiten und damit zurecht zu kommen.

Portur bedeutet soviel wie Pforte, Tür, Gate.. und ist somit die denkbar passendste Betitelung dieser Gedanken.
In vielen der Songs vermeint man die Sehnsucht zu spüren, nach der Ferne, nach einem Entfliehen. Vielleicht ist es auch einfach nur die Verarbeitung der Lebensumgebung der beteiligten Musiker.

Flottin ist beispielsweise ein beeindruckendes, wunderbares, mit Sehnsucht überfrachtetes Stück Musik, dass zurecht in meinen Herztönen des Jahres einen Platz gefunden hat.

Nehmt Euch ein wenig Zeit für dieses Album, es wird es Euch danken.

° ° °

92/100

MARIUS ZISKAPortur
Stargazer/Songcrafter, 8/2018

mariusco.jpg

Silvurlin
Godvaryn Mind
Til Kaerleikan
Longsul
Dansa I Nattini
Flottin
Vald
Ongin En Orsoek

(Verzeihung. Nicht faröische Originaltitelschreibweise.)

° ° °
in english:

Familiar Distance

Distant. Distance.
The distant. The vastness. The expanse.
The far away.
The nearness.

From a completely enchanted part of this planet, Central Europeans think, far away from all life (values).

MARIUS ZISKA

presented us
Portur
their new album in August of the ending year.

A work whose special sounding tones are first and foremost due to the fact that the healthy words seem unfamiliar and strange to us. Faroese does not have the angular element of German, not the almost understandable everyday sound of English-American, not the singsong of French, it conveys otherness.
And of course, in general and especially in our time, one might be sceptical about strangers. If one trusts the media and the evident felt fear of the foreign, the other, which is widespread among the people.
Because that is not us. Language alone is a distinguishing feature that should not be underestimated.
Yet this Nordic language conveys a great deal of intimacy and, deeply rooted in itself, a closely-knit familiarity, a feeling of cohesion. Interpreted into it.

After I already appreciated the last album Home/Heim (my review), on which lyrics in English were still available, this one is a continuation, even an increase.

Thematically the new album deals with the often split reality to which everyone feels exposed, on the one hand the inner life, the ego/self, on the other hand the outer reality in which we move, communicate with other individuals, for whom again own realities exist. A concept album, so to speak, to find one, to process all this life, the injustices and the suffering and to cope with it.

Portur means gate, door, gate… and is therefore the most fitting title for these thoughts.
In many of the songs you feel the longing to feel, for the distance, for an escape. Maybe it’s just the processing of the living environment of the musicians involved.

Flottin, for example, is an impressive, wonderful piece of music overloaded with longing that has rightly found its place in my Herztöne of the year.

Take some time for this album, it will thank you.

 

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