mistycoastsorinareiberba

(photo & allrights: MISTY COAST / Sorina Reiber)

° ° °

Linn Frøkedal und Richard Myklebust aus Bergen sind

MISTY COAST.

MISTY COAST

machen auf ihrer neuen Scheibe
Melodaze
ganz viele bemerkenswerte Dinge, um uns unbemerkt die Zeit zu vertreiben und den Tag zu verschönern.

Zum Beispiel spielen sie verzwirbelt sonnigen Shoegaze mit vielen sich überlappenden und immer wieder übereinandergelegten Reverbgitaren und Linn fügt ihre glockenhell einschmeichelnde Stimme diesem Soundbrei hinzu und heraus kommt ein Art Lieblingsspeise.
Hinzukommend eine immer auf’s neue heftig pulsierende Bassline, ständig wechselnde Akkordfolgen, vermengt zu einem Sound, erfrischend wie ein eben gezapftes Bier, kalt, belebend, wohlschmeckend.

Ein Hauch von Cranes, etwas aufgehellt und aufgepeppt, exzentrisch anmutende Melodien, choralartige Refrains, ein wenig Beach House, weniger verträumt dafür mit mehr Tempo, ein wenig 90ger Jahre angehauchtes psychedelisches Herumgespiele, sonnige, glitzernde Ausflüge ins Dreampop-Genre, ungefähr mit dieser Mischung könnte man umreissen, was die zwei hier aus ihren Mützen zaubern.

Wenn dann wie in Loophole fast lasziv gehaucht wird, kann man sich kaum entziehen und findet sich wieder in einer gefühltsträchtigen Achterbahnfahrt ins Reich des malancholischen, wenngleich auf oft genug rebellischen Wohlklangs.

Das vorab als Single zu hörende Backseat Warriors ist inspiriert durch Linns Kindheit in der beschaulichen kleinen Stadt Etne an Norwegens Westküste. Dort gibt es nicht viel, womit man sich beschäftigen könnte, außer sein Auto zu pimpen – es sei denn, man liebt Pferde, Fußball oder.. Musik.

Entstanden sind ihre neuen Songs vorwiegend in Schöneberg, wo die zwei in einer zugigen Unterkunft die Atmosphäre der Stadt in sich aufnahmen – vielleicht hatte die Enge und  bedrückende ständige Gegenwart von Häusern und Wänden im Grau des deutschen Winters Einfluss genommen? Man könnte es durchaus vermuten.

In ihrer Heimat haben die zwei ehemaligen Megaphonic Thrift-Mitstreiter für ihr Debüt aus dem Jahr 2017 eine Grammy-Nominierung eingeheimst. Hier nun präsentieren sie ein kurzweiliges und äußerst unterhaltsames Album, dass die Freude auf den Sommer direkt zu und in ein wohlig temperierten Winterzauber bringt und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des noch jungen Jahres herbeisehnen lässt.

° ° °
94/100

MISTY COASTMelodaze
Brilliance Records/Moorworks, 25.1.2019

mistycoastco

Eleven Months
Loophole
Backseat Warriors
Sundays
White Lies
Little Sister
No Relevation
Berlin Zoo
In Front
Galaxy

https://www.youtube-nocookie.com/embed/pNFe0Nc9wJA

// in english:

Linn Frøkedal and Richard Myklebust from Bergen are

MISTY COAST.

MISTY COAST

give us on their new album
Melodaze
many remarkable things to pass the time and beautify the day unnoticed.

For example, they play twirled sunny Shoegaze with many overlapping and overlapping Reverbgitars and Linn adds her belly-bright ingratiating voice to this sound pulp and out comes a kind of favorite food.
Add to this a constantly pulsating bass line, constantly changing chord sequences, mixed to a sound, refreshing like a beer tapped, cold, invigorating, tasty.

A hint of Cranes, a bit lightened and spiced up, eccentric melodies, choral choruses, a little Beach House, less dreamy but with more tempo, a little psychedelic play of the 90s, sunny, glittering excursions into the Dreampop genre, about this mixture you could outline what the two here conjure out of their hats.

When, as in Loophole, the voice almost breathe lasciviously, you can hardly escape and find yourself again in a roller coaster ride full of feeling into the realm of malancholic, albeit often enough rebellious melody.

The single Backseat Warriors is inspired by Linns childhood in the tranquil little town of Etne on Norway’s west coast. There’s not much to do there except pimp your car – unless you love horses, football or… Music.

Their new songs were mainly written in Schöneberg, where the two took in the atmosphere of the city in a draughty accommodation – perhaps the narrowness and oppressive constant presence of houses and walls in the grey of the German winter had influenced them? We could well suspect it.

In their homeland, the two former Megaphonic Thrift companions have won a Grammy nomination for their 2017 debut. Now here they present an entertaining and extremely enjoyable album that brings the pleasure of summer directly to us and into a pleasantly tempered winter magic and makes the first warming rays of sunshine of the still young year long for.

 

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