Kommt, die Flügel macht weit: THAYER SARRANO – Wings Alleluia (review)

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(photo & allrights: THAYER SARRANO / The Guildwater Group / Alysse Gafkjen)

 

Dass

THAYER SARRANO

eine begnadete Künstlerin ist, wissen Insider schon lange.

Dennoch ist die Musikerin und Komponistin, die lange Zeit nur klassisches Klavier spielte bevor sie sich weiter entwickelte, die Gitarre lieben lernte, mittlerweile SteelGitarre, Oboe und Schlagzeugspielen beherrscht und in ihrer Heimat Athens in einer Vielzahl von Bands tätig war, dem breiten Publikum bislang noch eher unbekannt.

Dennoch hat spätestens mit ihrem letzten Album Shaky, bei mir der Gewinner des Albums des Jahres in meiner Abrechnung 2015 (hier zur Rezension) die Kanadierin ihre Fangemeinde auch in unseren Breitengraden um einiges vergrößern können und die Zahl der sie vergötternden AnhängerInnen wächst stetig.

Das wird sich nun mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums
Wings Alleluia
nicht ändern.

Die Messlatte lag entsprechend vor der Veröffentlichung des neuen Albums hoch, die Frage war, ob sie es schaffen könnte, ihre Qualität herüberzuretten und neue spannende Songs zu präsentieren.

Mit ihren Shoegaze-artigen Attacken in neuem, modernen Outfit und neuem, klangergänzenden männlichen Begleitchor (bei dem es sich, wie im Eröffnungstrack O My Soul oder dem bereits vorab zu hörenden Grace Goes On, das sich mehr und mehr zum Earcatcher entwickelt und in seinem Vorwärtsstreben zu fesseln vermag, um den Athens Cowboy Choir handelt) entfacht sie erneut ein großes, loderndes Feuer und überwältigt uns von den ersten Tönen mit enthusiastisch empathischem Gesang, eingebettet in mal dreampoppige Variation mit schleichend fordernden Lyrics und folkloristischer Melodie, die einen unweigerlich auf eine große (Gedanken-)Reise schicken (The Eternal), mal alleingelassen in träumerischem Halbdunkel (Red Sun), wo sie fast ausschließlich auf hallige Effekte, sanfte akustische Gitarren und natürlich ihre Stimme setzt, mal energisch mit Reverbgitarre nach vorn strebend.

I saw your face in the water / I saw your face in the smoke /
You come and go, old soul / When you come, I carry on.
The Eternal

In Back To The Home wird im Anschluß gleich noch ein Gang zurückgeschaltet und mehr Stille einziehen, ein leichtes Fingerpricking, eine hallverhauchte Stimme, leises Orgelspiel – ein träumerisches Stück Musik, einfühlsam und in seiner Intimität fast schmerzend & nahegehend (Emily Jane White, Emma Ruth Rundle, The Bangles)

Nach der Inspiration für ihr neues Werk gefragt,
klingt sie ganz selbstverständlich,
fast beiläufig:
„You know sometimes you can just feel another world at the same time, maybe it is some higher self or just being more connected.“

Ihre Texte entstehen mitunter beiläufig, im Vorbeigehen, sie spielt in ihren Lyrics mit Dingen, die ihr widerfahren, die im alltäglichen geschehen und die ihr von irgendwoher zugetragen werden, vielleicht von einer unbekannten höheren Instanz.
Das sei manchmal bedeutsam und außerdem auch leichter zu verstehen als die häufig vorherrschende Unklarheit zwischen den Menschen. Bei den Texten helfen Thayer auch Zeichnungen, die sie sich selbst anfertigt und in einem speziellen Erinnerungsbuch festhält.
Oftmals sei es eine spirituelle Kraft, die einen Songs hervorhebt und stark macht.
Eben mit ihren Liedern und Texten versucht sie, ihre Emotionen zu transportieren und den Menschen nicht nur Töne sondern mit ihren Songs als Gesamtheit mehr als Einblicke und Erfahrungen und viel mehr ein Erlebnis und ein Gefühl zu vermitteln.

° ° °
97/100

THAYER SARRANOWings Alleluia
The Guildwater Group,  29.3.2019

thayerco.jpg

O My Soul
Grace Goes On
The Eternal
These Arms
Red Sun
Back To The Home
Totem
White Shores
Wings Alleluia

// in english:

Come, the wings open wide

THAYER SARRANO

is a gifted artist, insiders have known this for a long time.

Nevertheless, the musician and composer, who played only classical piano for a long time before she developed further, learned to love the guitar, meanwhile masters steel guitar, oboe and drumming and was active in her home country Athens in a multitude of bands, is still rather unknown to the general public.

Nevertheless, at the latest with her last album Shaky, the winner of the album of the year in my Abrechnung 2015 (here for review), the Canadian has been able to increase her fan base in our latitudes and the number of fans idolizing her is constantly growing.

This won’t change with the release of their new album
Wings Alleluia.

The bar was lying accordingly high before the release of the new album, the question was whether she could manage to save her quality and present new exciting songs.

With her Shoegaze-like attacks in a new, modern outfit and a new, sound-enhancing male accompaniment choir (as to be heard in the opening track O My Soul or the already pre-released Grace Goes On, which more and more develops into an earcatcher and is able to captivate in its forward striving, is the Athens Cowboy Choir), she once again ignites a big, blazing fire and overwhelms us from the first notes with enthusiastically empathic vocals, embedded in sometimes dreampoppy variations with creepingly demanding lyrics and folkloric melodies, which inevitably send you on a great (thought) journey (The Eternal), sometimes left alone in dreamy semi-darkness (Red Sun), where she relies almost exclusively on reverberant effects, soft acoustic guitars and of course her voice, sometimes energetically striving forward with reverb guitar.

I saw your face in the water / I saw your face in the smoke /
You come and go, old soul / When you come, I carry on.
The Eternal

In Back To The Home a gear is shifted back and more silence is drawn in, a light fingerpricking, a reverberant voice, quiet organ playing – a dreamy piece of music, sensitive and in its intimacy almost painful & approaching (Emily Jane White, Emma Ruth Rundle, The Bangles).

Asked about the inspiration for her new work,
her reply sounds natural, almost incedental:
„You know sometimes you can just feel another world at the same time, maybe it is some higher self or just being more connected.“

Her lyrics are sometimes created casually, in passing, she plays in her lyrics with things that happen to her, that happen in everyday life and that are brought to her from somewhere, perhaps from an unknown higher authority.
This is sometimes significant and also easier to understand than the often prevailing ambiguity between people. Thayer also gets some kind of help with drawings, which she makes herself and collect them  in a special book of memories.
Often it is a spiritual power that emphasizes a song and makes it strong.
It is precisely with her songs and lyrics that she tries to convey her emotions and communicates to the people not only by her sounds but with her songs as a whole more than insights and transform her music to a greater experience and a feeling.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar zu „Kommt, die Flügel macht weit: THAYER SARRANO – Wings Alleluia (review)

  1. Ich bin ja auch großer Fan von Thayer, aber mit dem neuen Album kann ich leider gar nichts anfangen. 😦 Irgendwie klingt mir das Ganze zu sakral und zu Grunge-artig, weiß auch nicht. Muss dem Werk noch mal eine zweite Chance geben, aber mein erster Eindruck war ernüchternd, echt schade. Das Album war eigentlich ein fixer Kandidat für meine 2019er Top 3…

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